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Düsseldorf: Geht WestLB in Südverbund auf?

Düsseldorf : Geht WestLB in Südverbund auf?

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat zurückhaltend auf das Angebotvon Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) für eine Fusion von WestLB, Düsseldorf, und Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), Stuttgart, reagiert.

„Wir bleiben bei unserer Linie, alle Optionen zu prüfen”, sagte Regierungssprecher Andreas Krautscheid am Montag. Oettinger hatte für ein Zusammengehen der LBBW mit der WestLB geworben und dabei Entgegenkommen signalisiert. Die WestLB ist das Zentralinstitut der Sparkassen in NRW, sie halten 50 Prozent.

„Wir dürfen nicht einseitig an einem Standort Synergieeffekte durch Arbeitsplatzabbau realisieren”, sagte Oettinger. Da es um eine Fusion und keine Übernahme gehe, müssten die Interessen der Standorte gewahrt werden. Es gebe die Möglichkeit, zwei Hauptsitze für die fusionierte Bank zu unterhalten. „Der Ball liegt jetzt eindeutig bei der Landesregierung Nordrhein-Westfalens.”

Die Düsseldorfer Landesregierung sieht eine mögliche Fusion der WestLB mit der größeren LBBW ausgesprochen skeptisch. Finanzminister Helmut Linsen (CDU) hatte in der vergangenen Woche Bedingungen formulierte. „Wir brauchen eine starke Bank mit Sitz in Nordrhein-Westfalen. Wir brauchen die Arbeitsplätze hier.” Das müssten mögliche Partner akzeptieren.

Krautscheid begrüßte, dass auch Oettinger keinen Zeitdruck bei der Entscheidung über die Neuordnung der Landesbanken sehe. Der Stuttgarter Regierungschef hatte gesagt: „Wir sind gesprächsbereit, aber wir drängen nicht.” Die nordrhein-westfälische Landesregierung lässt derzeit von der Investmentbank Citigroup die verschiedenen Zukunftsvarianten für die WestLB untersuchen.

Berichte über ein mögliches Dreierbündnis von LBBW, BayernLB, München, und WestLB kommentierte Krautscheid nicht. Auch die Landesregierungen in Stuttgart und München hielten sich bedeckt. „Es gibt Gespräche. Es gibt aber keinerlei Entscheidung über das Ob, über das Wie und das Wann”, sagte Bayerns Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) in München.

Die „Süddeutsche Zeitung” berichtet, dass bei einem Zusammenschluss von LBBW und BayernLB möglicherweise auch noch die schwächelnde WestLB mit im Boot sein könnte. Die WestLB schreibt nach Fehlspekulationen rote Zahlen. Nachdem die SachsenLB in den Strudel der US-Hypothekenkrise geraten war und nur noch durch einen Notverkauf an die LBBW gerettet werden konnte, ist das Fusionskarussell richtig in Schwung gekommen.

Zur stärksten Allianz im öffentlichen Lager könnten LBBW und BayernLB zusammenwachsen. Von einer „Super-Bank” ist schon die Rede, eine Fusion würde die zweitgrößte Bank Deutschlands schaffen. Im Gespräch ist eine solche „Südschiene” schon seit langem. Für eine Fusion der LBBW mit der WestLB trommeln die Sparkassenverbände in Nordrhein-Westfalen seit langem. Auf der Bremse steht allein die Landesregierung in Düsseldorf.

Noch gibt es sieben selbstständige Landesbanken - zu viele, sagen die Kritiker. Den Kreditinstituten fehle die nötige Größe, um zuverlässiger Partner für Konzerne zu sein und international im Wettbewerb bestehen zu können. Höchstens drei Landesbanken solle es in Zukunft geben, forderte der Kölner Bankexperte Prof. Thomas Hartmann-Wendels. Widerstände gegen Fusionen vermutete Hartmann-Wendels vor allem in der Landespolitik: „Die Landesbanken werden gern genutzt, um wirtschaftspolitische Maßnahmen durchzusetzen.” Diesen Einfluss würden die Ministerpräsidenten nur ungern aufgeben.