Frankfurt/Main: FDP will gegen Lohndumping bei der Zeitarbeit vorgehen

Frankfurt/Main: FDP will gegen Lohndumping bei der Zeitarbeit vorgehen

Die FDP will Lohndumping in der Zeitarbeit mit einer Korrektur der „Hartz”-Gesetze entgegentreten.

„Das deutsche Zeitarbeitsmodell ist ein Erfolgsmodell”, sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP, Johannes Vogel, der „Frankfurter Rundschau” laut Vorabbericht. „Wir sehen aber eine Gerechtigkeitslücke, wenn ein Zeitarbeiter dauerhaft an einer Stelle in einer Firma bleibt und dauerhaft schlechter bezahlt wird.”

Das Modell seiner Partei schiebe dem Missbrauch durch Lohndumping einen Riegel vor, erhalte aber alle Vorteile, sagte Vogel. Die FDP wolle verhindern, dass die völlige Freizügigkeit in der Europäischen Union von Mai 2011 an die Bedingungen noch verschärft. Wie lang die Einarbeitungszeit und eine anschließende Übergangsfrist dauern sollen, ließ die FDP dem Blatt zufolge offen. Ihr Fraktionsvize Heinrich Kolb verwies aber auf positive Erfahrungen in Großbritannien mit einer Frist von zwölf Wochen.

Ein Sprecher von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte der Zeitung: „Der Vorschlag aus der FDP-Fraktion zielt in die richtige Richtung und er wird in die aktuelle Arbeit an gesetzlichen Verbesserungen für die Zeitarbeit einbezogen.”

DGB-Vorstand Annelie Buntenbach sagte dem Blatt: „Offensichtlich kann auch die FDP die Praxis nicht länger leugnen, dass Leiharbeitskräfte zu Lohndumping missbraucht werden

Die SPD-Arbeitsmarktpolitikerin Anette Kramme sprach von einem „gewissen Lerneffekt” bei der FDP. Allerdings bleibe ein Mindestlohn unverzichtbar, um die Menschen in den ersten Monaten und in Branchen mit sehr niedrigen Tarifstandards abzusichern.

Mehr von Aachener Zeitung