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Düsseldorf: FDP will Fachkräftelücke im Handwerk mit Bergleuten schließen

Düsseldorf : FDP will Fachkräftelücke im Handwerk mit Bergleuten schließen

Die FDP will den Fachkräftemangel im nordrhein-westfälischen Handwerk mit Hilfe von Bergleuten bekämpfen. Allein im größten NRW-Handwerkskammerbezirk Düsseldorf gebe es derzeit mehr als 7000 offene Stellen, sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Gerhard Papke, am Montag.

Hochgerechnet auf alle NRW-Kammerbezirke wären mindestens 20.000 Arbeitsplätze in den 160.000 Handwerks-Unternehmen in NRW unbesetzt. Auch in der Industrie fehlten immer mehr qualifizierte Bewerber. Die FDP sieht so Beschäftigungsperspektiven für die gut ausgebildeten, hoch qualifizierten Bergbau-Beschäftigten.

Die subventionierte Steinkohleförderung soll in Deutschland bis 2018 beendet werden. „Wir brauchen eine Initialzündung, um den Ausstieg aus dem Subventionsbergbau sozialverträglich gestalten zu können”, sagte Papke. Die FDP verwies darauf, dass bereits von 1993 bis 2001 zahlreiche ehemalige Bergbauarbeiter durch eine ähnliche Initiative einen Arbeitsplatz im Handwerk gefunden hätten.

Der Vorschlag sieht vor, dass die Deutsche Steinkohle AG des RAG- Konzerns weiterhin das Gehalt der Beschäftigten übernimmt, die aufnehmenden Betriebe einen monatlichen Pauschalbetrag von 250 Euro bezahlen und sich auch die Bundesagentur für Arbeit an der Finanzierung beteiligt.

Die SPD kritisierte den Vorschlag. Die betroffenen Regionen bräuchten „Zukunftsperspektiven und keine Almosen”, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Thomas Eiskirch. Strukturwandel erfolgreich zu gestalten sei mehr als nur Vermittlung von Ersatzarbeitsplätzen für die Bergleute. Dagegen begrüßten Die Grünen den Vorstoß. Es sei „ein richtiger Weg, um den Betroffenen den Übergang in ein neues Erwerbsleben zu ermöglichen und gleichzeitig den Fachkräftemangel zu beseitigen”, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Reiner Priggen.

Derzeit sind in NRW noch sieben Bergwerke in Betrieb. Davon wird die Zeche Walsum als erste zum 30. Juni geschlossen. Als nächstes soll zum Ende des Jahres das Gelsenkirchener Bergwerk Lippe folgen. Für die übrigen Bergwerke West in Kamp-Lintfort, Ost in Hamm, Auguste Victoria in Marl, Prosper-Haniel in Bottrop und Ibbenbüren forderte Papke eine unverzügliche Festlegung auf Schließungstermine, um Planungssicherheit zu haben. Bis spätestens Mitte des Jahres sollte dieser Plan öffentlich gemacht werden, forderte auch Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU). Dies verlange auch die EU-Kommission in Brüssel, sagte sie.

Die Deutsche Steinkohle AG will bis April einen Stilllegungsplan vorlegen. Derzeit sei aber unklar, ob dieser nur die Schließungen bis 2012 vorsehe. In vier Jahren kann der Ausstiegsbeschluss durch die so genannte Revisionsklausel noch einmal überprüft werden. Die Grünen kritisierten, diese Forderung hätte die FDP bereits im Rahmen der Verhandlungen über den Ausstieg durchsetzten müssen.