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Düsseldorf: Familienkrach bei den rheinischen Sparkassen

Düsseldorf : Familienkrach bei den rheinischen Sparkassen

Bei der geplanten Fusion der Sparkassen im Rheinland zeichnen sich neben Fortschritten auch deutliche Widerstände ab.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) rügt die Stadtsparkasse Köln, weil sie ohne Wissen Düsseldorfs Verhandlungen mit der Sparkasse Bonn aufgenommen habe.

Der Verwaltungsrat des dortigen Geldinstituts gab unterdessen am Freitag einstimmig für Fusionsverhandlungen mit Köln grünes Licht. Erwin sagte der „Rheinischen Post”, zunächst sei nur eine Fusion zwischen Köln und Düsseldorf ausgehandelt worden.

„Drei auf einmal geht nicht, und man muss so einen Zusammenschluss erst einmal verdauen”, betonte der CDU-Politiker, der Verwaltungsratsvorsitzender der Stadtsparkasse Düsseldorf ist. „Ohne ein exaktes Wertgutachten wird man nicht weiter kommen”, ergänzte er.

Dem Zeitungsbericht zufolge ist im Umfeld der Stadt von „verletzter Eitelkeit” zu hören. Erwin habe „Lokführer, aber nicht Beifahrer” sein wollen. Eine Beteiligung anderer Sparkassen war Erwin zufolge erst nach dem Zusammenschluss der Institute Düsseldorf und Köln geplant. Zwischen Köln und Düsseldorf sei ein Doppelstandort und eine Doppelspitze vereinbart worden.

Zudem wäre Düsseldorf beim Beteiligungsverhältnis besser weggekommen, als es das Verhältnis der Bilanzsummen habe vermuten lassen, betonte Erwin. Die Stadtsparkasse Köln ist etwa doppelt so groß wie ihre Düsseldorfer Schwester.

Neben Bonn will Köln bei der Fusion auch die Sparkasse Leverkusen mit ins Boot nehmen. Die Stadtsparkasse Bonn sei mit entsprechenden Fusionsgesprächen einverstanden, sagte ein Sprecher des Geldinstituts nach der Abstimmung. Das offizielle Fusionsangebot mit Bonn hatte die Stadtsparkasse Köln für den 15. Dezember angekündigt.

Die Verhandlungen sollen bis Ende März 2004 abgeschlossen sein und der Zusammenschluss dann rückwirkend zum 1. Januar wirksam werden.