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„Nightjet“ hält auch in Aachen: EU-Botschafter nennt Nachtzugverbindung Wien-Brüssel ausbaufähig

„Nightjet“ hält auch in Aachen : EU-Botschafter nennt Nachtzugverbindung Wien-Brüssel ausbaufähig

Als gut, „aber ausbaufähig“ hat EU-Botschafter Martin Selmayr die neue Nachtzugverbindung von seinem Dienstort Wien nach Brüssel bewertet, die auch in Aachen hält.

Er habe „gut geschlafen“ und ein „gutes Frühstück“ bekommen, twitterte der Ständige Vertreter der EU-Kommission in Wien gegen Ende der Premierenfahrt am Montag. Der Zug kam planmäßig um kurz vor elf Uhr auf Gleis 6 in Bruxelles-Midi an, wie der belgische Sender RTBF berichtete.

Die Fahrt im Schlafwagen sei mit 40 Kilogramm Kohlendioxid klimafreundlicher als der Flug mit 410 Kilogramm. Die Ankunft in Brüssel nach 14-stündiger Reise um 11 Uhr sei aber „zu spät“, es gebe kein WLAN an Bord und nur zwei Verbindungen pro Woche, kritisierte Selmayr.

Auch mehrere EU-Abgeordnete hatten die neue Verbindung zu deren Start am Sonntag genutzt. Die Nachtzüge fahren künftig immer sonntags und mittwochs von Wien (20.38 Uhr) und Innsbruck (20.44 Uhr) nach Brüssel, mit Zwischenhalten unter anderem in Nürnberg (02.46 Uhr), Frankfurt/Main (Süd) (04.33 Uhr), Köln (07.39 Uhr) und Aachen (9 Uhr). Die Rückfahrten finden jeweils einen Tag später statt. Für die gesamte Strecke ab Wien beziehungsweise ab Innsbruck brauchen die beiden Züge mit Sitz-, Liege- und Schlafwagen rund 14 Stunden.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Fast 14 Stunden dauert die 🚂Fahrt mit dem 1. <a href="https://twitter.com/hashtag/Nightjet?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Nightjet</a> Wien-Brüssel 🇦🇹🇧🇪🇪🇺<a href="https://twitter.com/unsereOEBB?ref_src=twsrc%5Etfw">@unsereOEBB</a>, quer durch halb Europa. Ist klimafreundlich 🌱, aber man muss Zeit haben 🕰- und keine Termine vor 11 Uhr 30. Doch entschleunigtes Reisen tut manchmal auch gut. <a href="https://t.co/P1Z3BaeG2m">pic.twitter.com/P1Z3BaeG2m</a></p>&mdash; Martin Selmayr (@MartinSelmayr) <a href="https://twitter.com/MartinSelmayr/status/1219190585254449153?ref_src=twsrc%5Etfw">January 20, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Angesichts stetig wachsender Fahrgastzahlen im Bahnverkehr wird derzeit in Deutschland über die Ausweitung des Nachtzugverkehrs diskutiert. Derzeit betreiben in Deutschland lediglich die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ein Angebot mit Schlaf- und Liegewagen, seit sie vor drei Jahren das Nachtzuggeschäft der Deutschen Bahn übernommen haben. Es gibt Verbindungen etwa nach Berlin, Hamburg, Zürich und Rom.

Die ÖBB erzielen mit dem Nachtzugverkehr nach eigenen Angaben einen kleinen Gewinn. Mit jährlich gut anderthalb Millionen Kunden jährlich in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien ist es aber noch ein Nischengeschäft - wenn auch die Fahrgastzahlen zuletzt stiegen. Bis zum Jahr 2026 soll der Nightjet-Betrieb stufenweise ausgebaut werden. Der Nightjet aus Wien war nach RTBF-Angaben der erste Nachtzug seit 16 Jahren, der über das belgische Schienennetz rollte.

(dpa)