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Erwerbsunfähigkeits-Versicherung

Erwerbsunfähigkeits-Versicherung

Berlin (an-o) - Viele Haushalte in Deutschland sind falsch versichert. So sind vor allem jüngere Arbeitnehmer und Selbstständige nicht ausreichend gegen das Risiko geschützt, berufsunfähig zu werden.

Dabei zahlt der Staat vor allem den heute unter 40-Jährigen kaum Rente, wenn sie von einem auf den anderen Tag nicht mehr arbeiten können. Eine private Unfallversicherung hilft kaum weiter. Denn meistens sind Krankheiten die Ursache: Bandscheibenschäden, aber auch "Zivilisationskrankheiten" wie Hektik, Leistungsdruck und Stress machen die meisten krank.

Aber selbst, wenn mit einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung die richtige Police ins Visier genommen wurde, heißt das nicht, dass es auch den optimalen Schutz gibt.

Viele Antragsteller blitzen ab, weil sie zum Beispiel als Dachdecker einen gefährlichen Beruf mit einem hohen Risiko ausüben. Andere wieder haben Vorerkrankungen wie zum Beispiel Rückenleiden. Die meisten Versicherer winken in solchen Fällen schon vor Abschluss des Vertrages ab.

Finanzielle Sicherheit

Die einzige Alternative ist dann eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Sie sorgt zumindest für finanzielle Sicherheit, wenn der Versicherte überhaupt nicht mehr arbeiten kann. Am häufigsten werden solche Erwerbsunfähigkeitsversicherungen als kombinierter Vertrag aus einer Risikolebens- und Erwerbsunfähigkeitszusatzversicherung angeboten. Wenn der Versicherte stirbt, erhalten die Angehörigen die vereinbarte Versicherungssumme. Bei Erwerbsunfähigkeit zahlen die Gesellschaften eine monatliche Rente. Aus diesem Grund hat die Stiftung Warentest die Bedingungen der Gesellschaften unter die Lupe genommen. Das Ergebnis für den Kunden: Das Kleingedruckte ist entscheidend.

Sofortige Zahlung

Vor allem sollten Versicherte darauf achten, dass die Gesellschaft sofort zahlen muss, wenn Erwerbsunfähigkeit eingetreten ist - notfalls rückwirkend. Und es sollte dem Versicherten möglich sein, einige Stunden täglich nebenbei jobben zu dürfen, ohne dass die Rente gleich ganz gestrichen wird. Ebenso wichtig wie die Bedingungen sind die Antragsformulare der Gesellschaften. Sie sollten gewissenhaft und ehrlich ausgefüllt werden, denn bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung kann jede verschwiegene Vorerkrankung die Rente kosten.

Am besten füllen Antragsteller die Formulare mit einem Experten der Verbraucherzentrale aus. So dürften Fehler beim Ausfüllen der Formulare ausgeschlossen sein. Der Preis sollte bei der Versicherung keinesfalls das entscheidende Argument sein. Faire Bedingungen sind um einiges wichtiger als ein besonders günstiges Angebot.

Für den kombinierten Schutz aus einer Lebensversicherung über 50.000 Euro und einer monatlichen Rente von 1.000 Euro müssen Versicherte bei fairen Bedingungen rund 300 bis 400 Euro Prämie im Jahr einrechnen. Die genaue Höhe hängt vom Einstiegsalter und auch vom ausgeübten Beruf ab.