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Düsseldorf: Ergo strafft Konzern: 1500 Jobs weg

Düsseldorf : Ergo strafft Konzern: 1500 Jobs weg

Deutschlands zweitgrößter Erstversicherer Ergo, Düsseldorf, strafft nach Milliardenverlusten die Führungsorganisation und baut weitere Arbeitsplätze ab.

Das operative Geschäft der bislang selbstständig agierenden Versicherungen Hamburg-Mannheimer, Victoria, DKV und D.A.S. wird nach Sparten künftig von einer Hand gesteuert, kündigte Vorstandschef Lothar Meyer am Montag an. Das laufende Sparprogramm werde voraussichtlich etwa 1500 Jobs kosten. Davon seien bereits mehr als die Hälfte abgebaut. Die Tochter des Branchenriesen Münchener Rück hatte 2003 rund 31500 Angestellte.

Börsenkrise bewältigt

Dem Großaktionär (92,7 Prozent) stellte Meyer 2004 einen Überschuss von 150 Millionen bis 250 Millionen Euro in Aussicht. Der Rekordverlust von mehr als 1,4 Milliarden Euro 2003 (Vorjahr: 1,2 Mrd Euro) sei durch einmalige Steuereffekte und Abschreibungen entstanden. „Wir haben die Börsenkrise bewältigt”, so Meyer.

Die neue Struktur sieht vor, dass künftig nur ein Chefmanager das Lebensversicherungsgeschäft der Hamburg-Mannheimer und der Victoria lenken soll. Neue Produkte würden nicht doppelt entwickelt wie bei der Riester-Rente.

Ein Radikalumbau, mit dem die beiden Gesellschaften ähnlich DKV (Kranken-Versicherung) und D.A.S. (Rechtsschutz-Experte) sich auf ein Segment beschränken, ist aber nicht vorgesehen. Auch eine Zusammenlegung der Bestandsbetreuung Lebensversicherung an einem Standort sei nicht geplant, hier sind in Hamburg und Düsseldorf je 2000 Mitarbeiter tätig.

Mit den neuen Strukturen solle ein hoher zweistelliger Millionenbetrag eingespart werden. Dies käme zum laufenden Sparprogramm hinzu, das ab 2005 jährliche Einsparungen von 300 Millionen Euro erbringen soll. Das entspreche etwa 15 Prozent der internen Kosten.

Gute Nachrichten hatte der Vorstandschef für „Herrn Kaiser” (Werbefigur der Hamburg-Mannheimer) und seine rund 22000 Vertreter-Kollegen der Gruppe: Beim Umbau der Nummer 2 im deutschen Markt nach dem Branchenführer Allianz AG, München, sei das Vertriebsnetz tabu.