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Aachen: Erfolgreiches Jubiläum nach schwierigem Start für die AWA

Aachen : Erfolgreiches Jubiläum nach schwierigem Start für die AWA

Carl Meulenbergh erinnert sich: Der Start für die Abfallwirtschaft Aachen (AWA) war schwierig. Als 1991 die Gründung noch unter dem Namen Abfallwirtschaft Kreis und Stadt Aachen erfolgte, fehlte es an Kapazitäten für eine Müllentsorgung. Das Ziel, die Entsorgung und Verwertung von Abfällen in rein kommunaler Trägerschaft zu stemmen, war ambitioniert.

„Ich hielt dieses Projekt für nicht realistisch“, sagt der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Meulenbergh. „Erfreulicherweise ist es anders gekommen.“ Das ist es in der Tat: Die AWA feierte jetzt ihr 25-jähriges Jubiläum.

Das in Eschweiler sitzende Unternehmen betreibt für den Zweckverband Entsorgungsregion West (ZEW) in der Städteregion Aachen und dem Kreis Düren sechs Entsorgungsanlagen. Das Entsorgungskonzept reicht von Schadstoffsammlung und Müllverbrennung über Umweltcontrolling, Anlagenplanung und Biokompostierung bis zur Biovergärung. „In all diesen Bereichen war die AWA stets in der Pole-Position“, sagte Prof. Klaus Gellenbeck bei der Jubiläumsfeier, die von unserem Redakteur René Benden moderiert wurde.

Gellenbeck, Leiter des Ahlener Instituts für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management nutzte die Gelegenheit, auf die vergangenen 25 Jahre zurückzublicken. „Man muss der AWA ein Kompliment machen. All ihre getroffenen Maßnahmen wurden zu jeder Zeit finanzierbar umgesetzt“, sagte er.

Doch auch der Blick in die Zukunft wurde gerichtet. Und für Prognosen über die künftige Abfallwirtschaft gibt es wohl keinen besseren Gesprächspartner als Prof. Martin Faulstich. Der Vorsitzende des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) der Bundesregierung verdeutlichte die Herausforderungen, vor denen nicht nur die AWA, sondern die gesamte Gesellschaft stehe.

„Geht es um die Verwertung von klassischen Stoffen, sind wir in Deutschland Weltmeister. Aber all die neuen Stoffe, die dazu kommen und die alle in Ihren Smartphones und Laptops verbaut sind, werden kaum verwertet. Da muss noch einiges geschehen“, sagte Faulstich, der Pfandsysteme für technische Geräte als mögliches Konzept der Abfallwirtschaft sieht.

Apropos Zukunftskonzept: Referent Thomas Patermann vom Wirtschaftsbetrieb Duisburg sprach sich dafür aus, dem Bürger mehr Service zu bieten. Seine Idee: Der Bürger erhält per Smartphone eine exakte Angabe darüber, wann der Müllwagen vor seiner Haustür steht. Ob die AWA solch einen Service künftig anbietet und ob dieser zum Erfolg führt, kann ja bei der nächsten Jubiläumsfeier thematisiert werden.

(ansc)