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Düsseldorf/Köln: Ende des Kabelsalats in NRW

Düsseldorf/Köln : Ende des Kabelsalats in NRW

Auf dem deutschen TV-Kabelmarkt steht einer der größten und teuersten Zukäufe bevor.

Die Kabel Deutschland GmbH schickt sich an, mit dem Erwerb der Kabelgesellschaften in NRW, Hessen und Baden-Württemberg zum alleinigen Kabel-TV-Betreiber aufzusteigen.

Als ein Filetstück mit mehr als vier Millionen angeschlossenen Haushalten gilt dabei NRW.

Der Kölner Kabelnetzbetreiber Ish, der viel Geld in die Modernisierung der maroden Kabelnetze investierte und seit der Pleite des Investors Callahan einem internationalen Bankenkonsortium gehört, bietet in mehreren Städten des Landes digitales Bezahl-Fernsehen mit zahlreichen Sendern (Ish Plus TV).

Doch die Nachfrage ist begrenzt: Seit November haben erst 5000 Kunden die zusätzlichen Angebote abonniert. Unternehmenschef James Bonsall hofft auf 30.000 bis 40.000 Nutzer bis zum Jahresende. Ein Sprecher zeigt sich zuversichtlich: „Wir werden unsere Pläne 2004 schwungvoll umsetzen”.

Für den Erwerb von Ish sowie der hessischen Iesy und von Kabel Baden-Württemberg müssen die Gesellschafter der KDG (Goldman Sachs, Apax, Providence Equity) tief in die Tasche greifen. Die „Financial Times Deutschland” bezifferte am Montag den gesamten Deal auf einen Wert von 2,6 Milliarden Euro, davon sollen alleine 1,4 Milliarden auf Ish entfallen.

Vor gut einem Jahr hatte der Eigentürmer der KDG (Umsatz: 1 Mrd. Euro und 2600 Beschäftigte) sechs Kabelregionen der Telekom für 1,7 Milliarden Euro gekauft.

Offene Plattform

„Wir bieten eine offene Plattform für alle Programmanbieter”, beteuert Kathrin Kleinjung von der KDG. Es gebe keineswegs ein Monopol, sondern einen Wettbewerb der Infrastrukturen, meint sie mit Blick auf Kabel, Satellit und Terrestik (DVB-T) und der DSL-Technik. KDG sei Programmvermarkter und nicht Programmveranstalter.

Bei der Landesmedienanstalt in NRW stoßen die Übernahmepläne indes auf Ablehnung. Die Medienwächter fürchten eine Einschränkung der Medienvielfalt. „Wir würden zurückfallen auf eine Monopolsituation, wie wir sie schon einmal gehabt haben, als das Kabel noch im Besitz der Deutschen Telekom war”, betont LfM-Direktor Norbert Schneider. „Einen Fortschritt kann man das nicht nennen”.