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Aachen: Elsa noch gelistet: Pleitefirmen bleiben für die Börse von Interesse

Aachen : Elsa noch gelistet: Pleitefirmen bleiben für die Börse von Interesse

Seit dem 1. Mai gibt es die Elsa AG nicht mehr. Aber die Aktien tauchen immer noch auf dem Börsenparkett auf und werden gehandelt, was an leichten Kursschwankungen des bis auf den Wert eines „Pennystock” abgerutschten Papiers zu erkennen ist.

„Dieser so genannte Börsenmantel hat einen gewissen Wert”, erklärt Steffen Pörner, Sprecher der Düsseldorfer Börse. Unternehmen, die an die Börse gehen aber kein langwieriges und teures Zulassungsverfahren durchlaufen wollten, könnten die Aktienmehrheit eines liquidierten Unternehmens wie Elsa aufkaufen, eine Hauptversammlung anberaumen und dort dann - als Mehrheitseigner - einen veränderten Geschäftszweck und die Umbenennung der alten AG in ihren Firmennamen beschließen.

Zuletzt hätte das die Stella Musical AG bei ihrem Börsengang mit einem früheren Textilwarenhersteller so gemacht. Den Gewinn machen in diesem Fall Alt-Aktionäre, die ihre Wertpapiere nie verkauft hätten, vor allem aber Spekulanten, die solche Börsenmäntel bewusst kaufen, weil sie auf den Aufkauf dieser Titel setzen.

Damit die Börsenzulassung von Elsa erlischt, müsste der Aachener Insolvenzverwalter Thomas Georg das so genannte Delisting beantragen. Angesichts vieler anderer, dringlicherer Entscheidungen sei über dieses Thema bislang aber noch nicht gesprochen worden, betont Georg.

Ungewöhnlich ist die Existenz eines
längst liquidierten Unternehmens an der Börse nicht. Die Bremer Vulkan, die vor rund 20 Jahren den Betrieb einstellte, existiert als Börsenmantel immer noch, „und ist auch immer noch nicht vollständig abgewickelt”, weiß Pörner.