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Eine Supernote für AM-Töchter

Eine Supernote für AM-Töchter

Bergisch Gladbach. Die Aachener und Münchener Versicherungen seien für den Wettbewerb „hervorragend positioniert”.

Dies stellte Vorstandsvorsitzender Michael Westkamp bei der Bilanzpressekonferenz in Bergisch Gladbach heraus.

Die Lebensversicherung (AM Leben/1579 Mitarbeiter) und die Sachversicherung (AM Vers/3352 Mitarbeiter) hätten die zurückliegende Schwäche an den Kapitalmärkten aus eigener Kraft gemeistert „und diese Krise für Weichenstellungen auch im Sinne einer wertorientierten Geschäftsgestaltung genutzt”.

Ein Ausweis für die Leistungsfähigkeit und finanzielle Stabilität ist nicht zuletzt die Tatsache, dass die beiden AM-Gesellschaften als einzige Erstversicherer in Deutschland von der Rating-Agentur Standard & Poors erneut mit dem Spitzenrating „AA” ausgezeichnet wurden.

Die vorjährigen Geschäftszahlen seien eine stabile Grundlage für die optimistische 2004-Prognose, die vor allem im Bereich der Lebensversicherung zweistelligen Zuwachs erwartet. Im Lebensgeschäft registriere man seit Mitte 2003 bereits eine deutliche Belebung, sagte Westkamp.

2004 werde vor allem das zuletzt etwas abgeschwächte Geschäft mit Riester-Policen durch gesetzliche Neuregelungen - um die vollen staatlichen Zulagen zu erhalten, müssen Riester-Sparer ab Jahresanfang höhere Einzahlungen leisten - kräftig angekurbelt.

Die AM-Gesellschaft gehört mit einem Marktanteil von gut 14 Prozent und 530 Policen zu den Marktführern in diesem Bereich. Die insgesamt „ernüchternden Erfahrungen mit der Riester-Rente” sollten jedoch beim derzeit diskutierten Alterseinkünftegesetz mit der Besteuerung von Alterseinkünften bzw. von kapitalbildenden Lebensversicherungen beachtet werden, forderte Westkamp.

Die angesichts der unzureichenden gesetzlichen Alterssicherung notwendige private Vorsorge dürfe durch das gesetzliche System der Alterssicherung nicht „steuerlich abgestraft” werden.

Die AM Leben hatte 2003 bei den gebuchten Bruttobeiträgen die Drei-Milliarden-Euro-Grenze überschritten. Die Steigerung um 3,3 Prozent auf 3,09 Milliarden Euro blieb aber leicht hinter dem Branchendurchschnitt zurück.

Die Versicherungssumme des Bestandes stieg um 4,5 Prozent (Branche: 3,9 Prozent) auf knapp 104 Milliarden Euro. Bei einem Rohüberschuss von 444,3 Millionen Euro wird für 2003 ein Gewinn von 36,5 Millionen Euro (Vorjahr: 25 Mill.) verbucht.

In der Versicherungstechnik habe die AM Vers die Trendwende erreicht, und es werde „wieder Geld verdient”, sagte Westkamp. Die Schaden-Kostenquote sei um zehn Prozent gesenkt und der Schadenaufwand um 18 Prozent verringert worden; gegenüber 2002 sei so eine Ergebnisverbesserung um 120 Millionen Euro und ein Gewinn von 197,6 Millionen Euro (nach 10,2 Mill. in 2002) erzielt worden.

Die Trendwende wurde neben der Trennung von „schadenträchtigen Verbindungen” vor allem durch den Ausstieg aus dem defizitären Industriegeschäft eingeleitet, der andererseits aber auch einen leichten Rückgang der Beitragseinnahmen - verbucht wurden 1,19 Milliarden Euro im selbst abgeschlossenen Geschäft - nach sich zog. 2004 werde man auch in der Kraftfahrtversicherung schwarze Zahlen schreiben, ist Westkamp optimistisch.