Übach-Palenberg: Eine Schlüsselindustrie mit großen Herausforderungen

Übach-Palenberg: Eine Schlüsselindustrie mit großen Herausforderungen

EHEC-Keime auf Salat, Gurken oder Tomaten verunsichern derzeit viele Verbraucher. Für die Ernährungswirtschaft sind solche Ängste nicht neu. Die Sicherheit von Lebensmitteln ist ein zentrales Thema für die Branche.

Beim Wirtschaftsforum „Ernährungswirtschaft in der Region Aachen” sprachen NRW-Umwelt- und Verbraucherschutzminister Johannes Remmel und Vertreter der Lebensmittelbranche über zukünftige Herausforderungen und verantwortungsbewusste Produktion.

Initiiert wurde das Wirtschaftsforum im Übach-Palenberger Schloss Zweibrüggen von Regierungspräsidentin Gisela Walsken in Kooperation mit Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Heinsberg, Agit und Fachhochschule Aachen.

Walsken erklärte, dass sich die Ernährungswirtschaft beinahe ständig mit Themen wie EHEC auseinandersetzen müsse. „Wir erinnern uns an die jüngsten Tierfutter- und Gammelfleischskandale.” Dabei sei der „Verbraucher kritischer geworden”.

Auch Remmel stellte heraus, dass die Konsumenten am Gemüsestand oder der Fleischtheke nicht bloß auf den Preis schauen. „Die Menschen wollen wissen, wo die Produkte herkommen. Sie sind auch bereit, für regionale Produkte etwas tiefer in die Tasche zu greifen.” Daher sei es wichtig, regionale Kreisläufe zu schließen. In NRW sei die Ernährungsbranche eine der Schlüsselindustrien. Rund 1000 Unternehmen zählen landesweit zur Branche. Sie produzieren 22 Prozent der deutschen Lebensmittel. Diese Firmen müssten sich gewandelten Rahmenbedingungen stellen, sagte Remmel.

Der weltweite Wettstreit um Rohstoffe sei dabei entscheidend. „Derzeit sind wir nicht unabhängig. Wir importieren Futtermittel”, erklärte Remmel. Daher sei eine Orientierung am Weltmarkt wichtig. Die Lebensmittelwirtschaft zeichnet sich zudem durch einen hohen Automatisierungsgrad aus. Daher müsse die Technologieregion Aachen dazu beitragen, dass deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig bleiben.

Wie Lebensmittelproduktion in der Region funktionieren kann, erklärte Jörg Aldenkott, Geschäftsleitungsvorsitzender Produktion der Schwarz Gruppe. Die Übach-Palenberger Schokoladenfabrik der Solent GmbH, einem Unternehmen der Schwarz Gruppe, sei ein „Vorzeigeprojekt”. Insbesondere die gute logistische Anbindung sei entscheidend für die Wahl des Standorts gewesen.

Die Übach-Palenberger Schokolade wird für den Discounter Lidl produziert. Die Unternehmens-Gruppe tue zwar viel dafür, dass Transportwege minimiert werden, man könne allerdings nicht vollständig darauf verzichten, erklärte Walter Pötter, Generalbevollmächtigter der Lidl-Stiftung. „Aber Transportwege werden in Deutschland immer nötig sein. Die Nürnberger Würstchen müssen ja in die ganze Republik.”

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