Aachen: Eine Modernisierung kann bis zu 90 Prozent Energie einsparen

Aachen: Eine Modernisierung kann bis zu 90 Prozent Energie einsparen

Am 1. Oktober 2009 wird die novellierte Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft treten. Ziel der EnEV 2009 ist es, den Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser im Gebäudebereich um etwa 30 Prozent zu senken.

Um die vorhandenen Energiesparmöglichkeiten im Gebäudebereich besser auszunutzen, werden die geplanten Verschärfungen sowohl bei Neubauten, als auch im Bereich der Gebäudemodernisierung gelten.

Neuerungen gelten dann auch bei der Förderung. So hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) umfangreiche Veränderungen in ihren Programmen vorgenommen. Dies ist zwar eine weitere Etappe auf dem Weg zu einem geringeren Energiebedarf, aber noch nicht das Ziel.

Mit dem Passivhaus-Standard ist noch wesentlich mehr möglich. Der Name bezieht sich darauf, dass ein aktives Heizsystem mit Heizkessel und Heizkörpern nicht mehr erforderlich ist. „Die ersten Passivhäuser entstanden 1991 in Darmstadt, werden also volljährig, und erscheinen im Vergleich zu den heutigen Projekten ganz modern”, erklärt Wolfgang Feist, Bewohner seit der ersten Stunde und Leiter des Passivhaus-Institutes gegenüber unserer Zeitung.

12.500 Passivhäuser gibt es jetzt in Deutschland als Wohngebäude, Kindergärten, Schulen, Turnhallen oder Bürogebäude. Der Schwerpunkt lag bisher im Neubau.

Bei der 13. Passivhaustagung, die mit 1200 Teilnehmern aus 49 Ländern in Frankfurt stattfand, stand vor allem die Modernisierung im Mittelpunkt. Die baulichen Mehrkosten für den besseren Standard liegen nur noch bei etwa sechs Prozent. Der gemessene Heizenergieverbrauch beträgt etwa 16 kWh/m2 pro Jahr gegenüber vorher über 220 kWh/m2 pro Jahr.

Die Stadt Frankfurt hat sich das Ziel gesetzt, die „Bundeshauptstadt der Passivhaus-Bauweise” zu werden. Alle Parteien stimmten 2007 einem Antrag zur Passivhaus-Bauweise als Standard zu, um die Summe aus Kapital-, Betriebs- und Umweltfolgekosten der Gebäude zu minimieren.

„Seitdem heißt es in Frankfurt: Passivhaus - was denn sonst?”, erläutert die Dezernentin für Umwelt, Manuela Rottmann. „Das Erfolgsmodell beruht auf bewährten Techniken und auf dem Engagement von Architekten, Baugesellschaften und Politik”.

Etwa 1300 Wohnungen sind fertig gestellt oder sollen bis 2013 fertig sein. „Das Passivhaus ist die einzig richtige Möglichkeit zur Optimierung der Kosten”, fasst Frank Junker, Geschäftsführer der ABG Frankfurt Holding, die Erfahrungen zusammen, „und die schnelle Vermarktung zeigt, wie gut die Wohnungen angenommen werden. Allerdings sind wegen der großen baulichen Eingriffe Bestandssanierungen auf Passivhausstandard nicht flächendeckend möglich.”

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