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Düren: Dürener Unternehmer mit Modell für steuerliche Entlastung der Mitarbeiter

Düren : Dürener Unternehmer mit Modell für steuerliche Entlastung der Mitarbeiter

Mit einem ungewöhnlichen Appell haben sich die Unternehmer der Dürener Region an die Öffentlichkeit gewandt: Sie setzen sich für höhere Einkommen ihrer Mitarbeiter ein.

„Wir haben lange den Blick auf Randgruppen in unserer Gesellschaft gerichtet. Jetzt ist es an der Zeit, die Leistungsträger in unseren Unternehmen mit einem mittleren Einkommen etwa zwischen 2400 und 3400 Euro zu entlasten.” Auf der Jahresversammlung der Vereinigten Industrieverbände (VIV) von Düren, Jülich und Euskirchen appellierte Stephan Kufferath-Kassner an die Bundesregierung, den Grundfreibetrag von 7664 Euro auf 8000 Euro anzuheben. Darüber hinaus sollte der Knick im Steuertarif von 12.739 Euro auf 15.640 Euro verschoben werden.

„Wir haben diesen Vorschlag vom Institut der Deutschen Wirtschaft gegenrechnen lassen”, versicherte Kufferath-Kassner. Die Steuerzahler würden um 10 Milliarden Euro entlastet. Er verwies auf die beträchtlichen Mehreinnahmen des Staates, die von den Steuerschätzern in Aussicht gestellt würden.

Der Vorschlag sei deshalb finanzierbar, ohne das Ziel eines ausgeglichenen Staatshaushaltes in 2011 aus dem Auge zu verlieren. 2,25 Milliarden Euro der Entlastung gehen auf die Erhöhung des Freibetrages zurück, 7,75 Milliarden Euro auf die Verschiebung des Knicks in der Progressionszone.

Konkret bedeutet der VIV-Vorschlag für Mitarbeiter im mittleren Einkommensbereich (Beispiel auf der Basis: Verheiratet und zwei Kinder): Wer heute 2400 Euro brutto im Monat verdient, zahlt jährlich 1372 Euro an Steuern. Künftig würde der Mitarbeiter 211 Euro Steuern weniger im Jahr zahlen. Dies würde einer Bruttolohnerhöhung von 348 Euro im Jahr entsprechen.

Ein Mitarbeiter, der 3400 Euro brutto im Monat verdient, zahlt heute im Jahr 4496 Euro Steuern. Künftig würde er 452 Euro im Jahr weniger zahlen. Dies entspräche einer Bruttolohnerhöhung von 841 Euro im Jahr.

Der einstimmig wiedergewählte VIV-Vorsitzende Kufferath-Kassner zog eine positive Bilanz für die Wirtschaft der Region Düren, Jülich und Euskirchen: Die Mitgliedsfirmen konnten ein Umsatzplus von 10,4 Prozent auf 3,802 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr erzielen.” Gleichzeitig sei die Mitarbeiterzahl um 1,5 Prozent auf 17880 gestiegen.