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Aachen: Dritter Teil der Neuregelungen 2004: Steuererklärung wird einfacher

Aachen : Dritter Teil der Neuregelungen 2004: Steuererklärung wird einfacher

Den Bundesbürgern stehen zum Jahreswechsel zahlreiche Änderungen bevor: Steuerentlastungen auf der einen Seite, einschneidende Änderungen bei Gesundheit und am Arbeitsmarkt auf der anderen Seite.

Wie jedes Jahr ändern sich in den Sozialversicherungen die Beitragsbemessungsgrenzen.

Die Erhöhung um 1,2 Cent pro Zigarette kommt nicht zum 1. Januar, sondern erst zum 1. März. Später folgen zwei weitere Erhöhungsstufen der Tabaksteuer.

Reuige Steuersünder, die ihr Schwarzgeld zurückbringen, können bisher nicht deklarierte Einnahmen aus der Zeit zwischen 1993 und 2002 zu 25 Prozent nachversteuern.

Unternehmen können nur noch eingeschränkt frühere Verluste steuersparend mit aktuellen Gewinnen verrechnen. Bis zu einem Freibetrag von einer Million Euro können Verluste weiter vollständig mit laufenden Gewinnen verrechnet werden. Verluste, die über diesem Sockelbetrag liegen, werden künftig zu 60 Prozent angerechnet.

Die Gesellschafter- Fremdfinanzierung, mit der Steuersparmodelle vermieden werden sollen, wird eingeschränkt. Die Freigrenze beträgt 250.000 Euro. Die „Halbjahres-AfA” wird abgeschafft, die Abschreibung wird künftig monatsgetreu berechnet.

Steuererklärungen werden einfacher. Arbeitgeber können ihre Lohnsteuerbescheinigungen jetzt elektronisch ans Finanzamt senden. Arbeitnehmer können einen Abdruck davon als vereinfachte Steuererklärung nutzen. Zur Erleichterung sollen Kunden von ihrer Bank einen Überblick über ihre Kapitalerträge erhalten.

Die Zweijahresbegrenzung bei der steuerlichen Anrechnung von Kosten einer beruflich bedingten doppelten Haushaltsführung entfällt.

Hedgefonds erlaubt

Privatanleger können in hoch riskante Hedge-Fonds investieren. Diese Fonds spekulieren unter anderem mit Optionen und Termingeschäften, die Wetten auf künftige Entwicklungen sind. Hedge-Fonds können zwar als Publikumsfonds aufgelegt werden wie andere Fonds auch.

Sie dürfen jedoch aus Gründen des Anlegerschutzes nicht öffentlich vertrieben werden. Anteile an Dach- Hedge-Fonds, die eine breitere Risikostreuung durch Geldanlagen in mehrere Fonds ermöglichen, können hingegen öffentlich vertrieben werden. Dafür gelten spezielle Anlegerschutz-Regeln.

Manipulation von Kursen und Preisen durch falsche Angaben oder andere Täuschungen werden strenger geahndet.

Die Förderung von Solarstrom wird auch nach dem Auslaufen des so genannten 100.000-Dächer-Programms fortgesetzt. Die Neuregelung von Januar an sieht vor, dass Strom aus Solaranlagen künftig mit mindestens 45,7 Cent pro Kilowattstunde vergütet wird. Das Gesetz war notwendig geworden, weil das alte Förderprogramm für die so genannte Photovoltaik Ende dieses Jahres ausläuft.