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Aachen: DIHK-Präsident Braun in Aachen: Wissen immer mehr ein Produktivfaktor

Aachen : DIHK-Präsident Braun in Aachen: Wissen immer mehr ein Produktivfaktor

Leise und nachdenklich stimmende Töne schlug DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun am Dienstagabend in seinem Vortrag vor der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Aachen an.

Wer ein flammendes Lamento über die Nöte des deutschen Mittelstandes erwartet hatte, sah sich enttäuscht. Dem Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages ging es vielmehr darum, langfristige Entwicklungslinien, Megatrends, aufzuzeigen und die Möglichkeiten, sich darauf einzustellen.

Seinen Standpunkt als Unternehmer machte Braun gleich zu Beginn deutlich: „Nicht zuerst ist es die Sache des Staates, uns zu helfen.” Vielmehr liege es in der Verantwortung des Unternehmers, die Produkte anzubieten, die auch morgen gefragt seien. Dabei komme es darauf an, sich auf weitreichende Veränderungen einzustellen.

Die Globalisierung sei einer dieser Megatrends, den viele Mittelständler in der vollen Tragwirkung noch nicht ganz erfasst hätten. Wer seine Produkte im Internet anbiete, müsse damit rechnen, dass jeder „User” sich auch das damit verbundene Wissen an jedem Ort der Welt nutzbar machen könne.

„Die regionale Distanz funktioniert nicht mehr als Schutzzone.” Weitreichende Auswirkungen habe die Änderung der Altersstruktur, die vielen Unternehmen auch Chancen böten, wenn sie sich etwa rechtzeitig auf veränderte Konsum- und Lebensgewohnheiten der Bevölkerung einstellten. Er mahnte seine Kollegen, angesichts des künftigen Fachkräftemangels das nötige Arbeitskräftepotenzial vorzuhalten.

Als wesentlichen Megatrend beschrieb er den Bereich Wissen und Bildung. Zwar sei Wissen immer schon für gesellschaftlichen Fortschritt verantwortlich gewesen, aber durch den Einfluss der modernen Informationstechnologie (IT) habe es eine völlig neue Dimension erhalten.

„Wissen ist ein Input-Faktor für die Volkswirtschaft ähnlich wie Kapital und Arbeit.” Braun sprach sich für höhere Investitionen in den Bildungsbereich aus, denn: „Bildungsförderung ist die beste Wirtschaftsförderung.” Allerdings sei das eine langfristige Investition, die sich erst nach einer halben Schulgeneration auszahle.

Reformen seien auch bei der Hochschulstruktur nötig: Nur durch verstärkte Kooperationen in Form von Projektmanagement bei zukünftigen Wissensfeldern könnten die Unis international ein Rolle spielen.