"digitalCulture Day" im DigitalHub

„digitalCulture Day“ : Wie stellen sich kleine Unternehmen am besten auf den digitalen Wandel ein?

Beim zweiten „digitalCulture Day“ in der ehemaligen Kirche St. Elisabeth diskutieren Experten und Unternehmer. Letztere, so der Rat, sollen besser kommunizieren und mehr Fragen stellen.

Wie verändern sich Unternehmenskulturen unter dem Druck der digitalen Transformation? Was macht das mit den Menschen, die darin arbeiten? Wie macht man seine Unternehmenskultur für die Zukunft fit? Und vor allem: Wie mache ich das als kleines oder mittleres Unternehmen in der Region Aachen? Antworten darauf gab jetzt der „digitalCulture Day“ (#dcd19), der von der Fokusgruppe „Digital Culture“ des digitalHUB Aachen bereits zum zweiten Mal auf die Beine gestellt wurde. „Die Unternehmenskultur ist eine der größten Hürden auf dem Weg zur digitalen Organisation“, so Oliver Grün, Vorstandsvorsitzender des digitalHUB Aachen und Präsident des BITMi, der den #dcd19 zusammen mit Markus Bau, Director Digital Marketing der Tema AG und Sprecher der Fokusgruppe „Digital Culture“, am Mittwochnachmittag eröffnete. Rund 150 Teilnehmer waren in der Digital Church zusammengekommen. Das Besondere: Neben den Impulsgebern Günther Tolkmit und Markus Toporowski, beide mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Software-Branche, berichteten auch sechs Aachener Unternehmer und Experten direkt aus ihrem Digitalisierungsalltag. 

„Ohne neue Managementmodelle wird es nicht funktionieren“, sagte Tolkmit zum Auftakt. „Die Digitalisierung, die schon seit den 70er Jahren läuft, ist kein Schnupfen, der einfach wieder verschwindet“, mahnte er. „Software ist das neue Lebensblut der Unternehmen und Softwarefreigaben sind der neue Herzschlag.“ Sein Ansatz: Unternehmer müssen „Softwareinstinkte“ erlernen. Markus Toporowski verriet, wie Unternehmen ihre Unsicherheit im digitalen Urwald überwinden und systemisch anpacken können. Denn: „Digitalisierungsprojekte sind nicht nur IT-Projekte, sondern vor allem auch Veränderungsprojekte, die mitunter massiv in die Kultur eines Unternehmens eingreifen.“

Die Mitarbeiter seien die wichtigsten Komponenten, wenn es um Digitalisierung geht: „Ich habe noch nie gesehen, dass ein Projekt an der IT oder Technologie gescheitert ist, es lag immer an den Menschen, wenn es nicht funktioniert hat.“ Orientierung zu geben, das sei die zentrale Aufgabe der Gesellschafter und Geschäftsführer als „kulturelle Leuchttürme“ der Unternehmen, so Toporowski. Die Krux: Die Kultur sei dabei nicht gezielt steuerbar, entscheide aber maßgeblich über den Erfolg – oder eben Misserfolg – des digitalen Wandels im Unternehmen. Die ersten Schritte auf dem Weg: nicht nur kommunizieren, was gemacht wird, sondern auch warum und wie, sowie die Integration regelmäßiger Reflexionsschleifen. Vor allem aber sollten Geschäftsführer dazu bereit sein, mitzulernen: „Und dazu gehört auch, dumme Fragen zu stellen.“

Wie also schaffen Unternehmen den kulturellen Wandel? Indem sie den Mut haben, Neues auszuprobieren und Fehler zuzulassen – darauf zumindest verständigten sich die Referenten des #dcd19. Auch wenn sie unterschiedliche Ansätze und Modelle leben und mit teils ganz unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen haben – alle versuchen, die Menschen in ihren unterschiedlichen Positionen abzuholen.

Als Fazit lässt sich aber noch etwas anderes festhalten: Unternehmen lernen von anderen Unternehmen – ganz im Sinne des Gedankens, der hinter dem digitalHUB Aachen und seinem Netzwerk steht. Dass sich die Teilnehmer vom #dcd19 inspirieren ließen, zeigte jedenfalls die Online-Umfrage, die zu Beginn und am Ende der Veranstaltung durchgeführt wurde. Das Ergebnis: Nach den Beiträgen wurde der Unternehmenskultur die Rolle als „Treiber“ für Veränderungsprozesse in einem höheren Maße zugesprochen als dies zuvor der Fall war.