1. Wirtschaft

Die Hexen tanzten nicht

Die Hexen tanzten nicht

Frankfurt/Main (an-o/dpa/ddp/ap) - Zum vorletzten Verfallstermin des Jahres hat sich der Dax gestern oberhalb der psychologisch bedeutsamen Marke von 3000 Punkten gehalten.

Kurz nach Handelsbeginn war der Dax gestern zwar erstmals seit Anfang 1997 kurzzeitig unter die 3000-Punkte-Marke gerutscht. Im Laufe des Tages erholte sich das deutsche Börsenbarometer aber wieder und lag gegen 16.30 Uhr mit einem Plus von zwei Prozent bei 3068 Zählern. Damit war die steile Abwärtsfahrt an der Frankfurter Börse zunächst zum Stillstand gekommen.
Nach Angaben von Händlern hatten Marktteilnehmer mit aller Kraft versucht, den Index über 3000-Marke zu halten. Dabei war gestern "dreifacher Hexensabbat". Futures, Optionen und Terminkontrakte auf Aktien liefen aus, was erfahrungsgemäß die Schwankungen an der Börse verstärkt.

Generell befinden sich die Börsen nach Einschätzung der Commerzbank weltweit in einem Teufelskreislauf. Nach dem Motto "Die Baisse nährt die Baisse" trübe sich mit fortgesetzten Kursverlusten das konjunkturelle Umfeld weiter ein, und Konsumenten wie Investoren hielten sich zurück - mit abermals negativen Folgen für die Wirtschaft und die Ertragsaussichten der Unternehmen, hebt das Frankfurter Geldinstitut gestern in seinem Wochenbericht hervor.

Angesichts der desolaten Verfassung der Aktienmärkte, die sich immer mehr einer vernünftigen fundamentalen Betrachtung entzögen, rät das Bankhaus zu einem defensiven Anlageverhalten. Bei Neuengagements sollte auf jeden Fall auf dividendenstarke und günstig bewertete Titel geachtet werden.

Das Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger sieht die Aktienmärkte vor einem Scherbenhaufen. Nach den panikartigen Verkäufen der vergangenen Tage zeigten Umfragen unter Analysten, dass die Stimmung auf einem Tiefpunkt sei. Die augenblickliche Schwarzseherei und die Erfahrung der zurückliegenden zweieinhalb Jahre "lassen es sicherlich ratsam erscheinen, mit gesunder Skepsis dem Aktienengagement gegenüber zu stehen" betonten die Privatbankiers.