1. Wirtschaft

Aachen: Die Devolo-Produktphilosophie: „Reinstecken - und es funktioniert”

Aachen : Die Devolo-Produktphilosophie: „Reinstecken - und es funktioniert”

Heiko Harbers mag es nicht allzu kompliziert. „Unsere Produkte sind so einfach gestrickt, dass die Verbraucher damit pro-blemlos zurechtkommen.” Der Devolo-Chef bringt seine Firmenphilosophie auf den Punkt: „Reinstecken - und es funktioniert!”

Ein typischer Privathaushalt hierzulande verfügt über mehr als 40 Steckdosen. Und jeden dieser herkömmlichen „Stromspender” kann Devolo mit seiner innovativen Technik und mit einer inzwischen großen Vielzahl an Produkten zu den entscheidenden Knotenpunkten im Heimnetzwerk rund um Internet, Fernsehen und weitere Anwendungen aufwerten. Der Experte spricht dabei von der Powerline-Technologie.

Deren Prinzip funktioniert in der Tat relativ einfach. Ein Modem, das mit dem Breitband-DSL-Anschluss des Wohnhauses verbunden ist, sorgt dafür, dass die Datenströme in hochfrequente Signale umgewandelt und auf die installierte Stromleitung aufgeschaltet und weitergeleitet werden. Und dort, wo das Internet angezapft werden soll, wird kurzerhand ein Adapter in die Steckdose geschoben, die so zu einem „Hotspot” wird.

Der Adapter sorgt dafür, dass die Signale „verstanden” werden. Bei einer möglichen Reichweite von bis zu 300 Metern lassen sich in einem Privathaus auf allen Etagen sämtliche Steckdosen erreichen. Da die Devolo-Technologie in einem Frequenzband von bis zu 30 Megahertz arbeitet, auf das auch andere Anwendungen zurückgreifen, müssen mögliche elektromagnetische Störsignale wirksam ausgeschlossen werden. Dazu überwacht ein Controller die möglichen störenden Einflüsse und berechnet Zeitfenster, in denen die Daten dann ohne Schwierigkeiten und so auch sicher übertragen werden können.

Und damit der inzwischen erreichte technologische Vorsprung bei den Devolo-Produkten gehalten werden kann, verfügt das Unternehmen über eine starke Entwicklungsabteilung, in der allein 70 Ingenieure - knapp die Hälfte des in Aachen beschäftigten Teams - nach neuen, kreativen und letztlich natürlich auch kommerziell tragfähigen Lösungen Ausschau halten.

Immer wieder kommen interessante, vielversprechende Angebote auf den Markt, die so recht nach dem Geschmack der Kunden sind und auch von den professionellen Testern hochgelobt und inzwischen bereits mit zahlreichen namhaften, ehrenvollen Preisen ausgezeichnet werden.

„Wir wollen der Konkurrenz immer einen Schritt voraus sein”, bringt Harbers seine bislang so überaus erfolgreiche Unternehmensstrategie knapp auf den Punkt. Dazu gehört auch, neue Technologiefelder ins Blickfeld zu nehmen. So überzeugte Devolo unlängst auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin mit einem neuen Adapter, der hohe Datenübertragungsraten gewährleistet und damit Notebooks, Tablet-Computer und Smartphones drahtlos mit dem Internet verknüpft.

Und ganz neu auf dem Markt ist gerade erst ein intelligentes Kamerasystem, das es erlaubt, das eigene Haus etwa in Zeiten urlaubsbedingter Abwesenheit sozusagen im Blick zu behalten, gesteuert über eine App auf dem Handy.

Attraktive Anwendungen für Devolo-Produkte verspricht auch die Energiewende, derzeit in aller Munde. Dabei geht es auch um „intelligente Stromnetze”, Smart Grid. Die Energieversorger können mit entsprechenden Zugangstechnologien etwa Zählerstände auslesen.

Und konkrete Überlegungen werden auch mit Blick auf die angestrebte Wende in der Mobilität, hin zum Aufbau einer strombetriebenen Fahrzeugflotte, gestartet. Hierbei geht es um Module, die, ins Auto integriert, zum Beispiel den Ladevorgang überwachen können.

Ein weiteres Stichwort ist intelligentes Wohnen. Dabei sollen elektronische Verbraucher vernetzt und dann bequem gesteuert werden. Dabei werden Licht, Strom und Heizung komfortabel, sicher und zentral per Smartphone oder Tablet bedient.

Ganz früh joggen und hoch hinaus

Devolo-Chef Heiko Harbers schont sich auch in seiner Freizeit kaum. Das zeigt etwa sein Ehrgeiz, jeden Morgen vor dem Frühstück eine Strecke von 5,5 Kilometern durch das Broichbachtal in seinem Wohnort Herzogenrath zu joggen.

Und hoch hinaus strebt der gebürtige Ostfriese auch: Vor mehr als 20 Jahren machte er den Pilotenschein. Regelmäßig ist er mit seiner Maschine, die er sich mit einem Kumpel aus Elsa-Zeiten, dem Würselener Lancom-Chef Ralf Koenzen, teilt, in der Luft.