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Aachen: „Die Bahn ist zurzeit nicht börsenfähig”

Aachen : „Die Bahn ist zurzeit nicht börsenfähig”

Gewerkschaftsvorsitzende aus ganz Europa haben sich am vergangenen Wochenende in Aachen getroffen, um über die Situation der Lokführer und Zugbegleiter zu beraten.

In der Autonomen Lokomotivführergewerkschaft Europas (ALE) sind 15 nationale Organisationen mit mehr als 100.000 Mitgliedern vereint.

Mit dem ALE-Präsidenten Manfred Schell hat unser Redakteur Ulrich Kölsch gesprochen. Der Aachener ist zugleich Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und äußerte im Interview mit unserer Zeitung, bei der Vorstandssitzung in Aachen sei nochmals das Bestreben der Autonomen Lokomotivführer-Gewerkschaften Europas (ALE) bekräftigt worden, von der Europäischen Kommission als Sozialpartner anerkannt zu werden.

„Eine Anerkennung als Sozialpartner hätte zur Folge, dass sich die ALE viel stärker als bisher für die Interessen des europäischen Fahrpersonals und dabei insbesondere für die Belange der Lokomotivführer auf europäischer Ebene einsetzen könnte. Wir säßen dann quasi mit am Verhandlungstisch, wenn auf europäischer Ebene über die Beschäftigungsbedingungen des Eisenbahnfahrpersonals entschieden wird”, sagt Schell.

Auch wenn die Kürzungen der Regionalisierungsmittel nicht ganz so drastisch ausgefallen seien wie ursprünglich geplant, werde dies erhebliche Einschnitte in das Leistungsangebot des Schienenpersonennahverkehrs zur Folge haben. Es sei zu befürchten, dass manche Streckenverbindungen gestrichen und Fahrplantakte ausgedünnt werden. Dies werde auch negative Auswirkungen auf die Arbeitsplätze von Lokomotivführern und Zugbegleitern haben.