1. Wirtschaft

Aachen: Die 3000er-Marke glatt übersprungen

Aachen : Die 3000er-Marke glatt übersprungen

Die Handwerksbetriebe in der Region Aachen starten mit Zuversicht ins neue Jahr. Ein Beweis dafür ist die beachtliche Steigerung der Ausbildungszahlen im vergangenen Jahr.

Mit 3210 neuen Ausbildungsverträgen und einem Wachstum von 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr wurde die psychologisch wichtige Marke von 3000 deutlich überschritten.

„Wer kein Vertrauen hat, bildet auch nicht aus”, kommentierte Ralf W. Barkey den erfreulichen Trend, der eine Folge der seit 18 Monaten andauernden stabilen Konjunktur ist.

Auch der zunehmende Fachkräftemangel dürfte nach Ansicht des Hauptgeschäftsführers der Handwerkskammer die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe beeinflusst haben. Die 3000er-Marke wurde jedenfalls im vorletzten Jahr und auch 2005 nicht erreicht.

Insgesamt stehen in den Handwerksbetrieben zwischen Erkelenz und Monschau 8152 Jugendliche in der Ausbildung.

Die günstige Wirtschaftslage dürfte nach Barkeys Ansicht auch in diesem Jahr in seiner Branche anhalten. Besonders in den Metall- und Elektrohandwerken „brummt der Bär”, erläuterte er am Freitag in einem Gespräch. In manchen Betrieben sei der Facharbeitermangel allerdings schon zu einer Wachstumsbremse geworden.

Licht und Schatten liegen im Handwerk auch in diesem Jahr dicht beisammen: Während industrienahen Gewerke auf dicken Auftragsbüchern sitzen, sieht es im Kfz-Bereich sehr schlecht aus. Im Bau-Handwerk gehen vermehrt Order der öffentlichen Hand ein, während sich im Kfz-Bereich die Kunden rar machen. Nach mageren Jahren hat sich die Situation in der Gesundheitsbranche verbessert.

Eine positive Bilanz zog Barkey für die fünf „StarterCenter” in der Region, die von der Handwerkskammer federführend betreut werden. Seit einem Jahr bestehen diese zentralen Anlaufstellen für potenzielle Existenzgründer, die dort aus einer Hand kompetente Information für den Sprung in die Selbständigkeit erhalten und auch Hilfestellung bei Formularen und Förderanträgen erfahren.

Insgesamt hätten sich 1613 Personen an den fünf Standorten gemeldet. 88 Prozent davon nahmen an Einführungskursen teil. 17 Prozent der Interessierten entschieden sich für eine Existenzgründung. „In die Starter Center kommen alle”, beschrieb Barkey. „Von Langzeitarbeitslosen, Gesellen bis zu Ärzten.”

Große Hoffnungen setzt das Handwerk auf die „StädteRegion Aachen”. Dabei dürfe aber nicht die Verknüpfung mit Heinsberg und Düren aus dem Blickfeld geraten. „Wir brauchen die Bündelung der gesamten Region vor dem Hintergrund der Diskussion um eine künftige âMetropolregionÔ an der Rheinschiene”, warnte Barkey.