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Aachen: Deutscher Gründerpreis an Puron aus Aachen?

Aachen : Deutscher Gründerpreis an Puron aus Aachen?

Eine „herausragende Geschäftsidee” hat die Jury des Deutschen Gründerpreises der Puron AG attestiert - und das Aachener Unternehmen in die Top drei in der Kategorie „Konzept” gewählt.

Puron entwickelt, produziert und vertreibt eine innovative Technologie zur Wasseraufbereitung: die Ultrafiltration mittels spezieller Membranen

Innovatives System filtert Keime aus Abwasser

Knapp zwei Milimeter dünne Röhrchen aus porösem Kunststoff filtern dabei nebst groben Verunreinigungen auch Keime wie Viren und Bakterien.

Das optisch an Seegras erinnernde System bietet weitere Vorteile: Redudzierung von Energiekosten und Verzicht auf Einsatz von Chemikalien. Der Pilotversuch auf dem Gebiet Abwasseraufbereitung startete im August 2001 auf der Kläranlage in Eilendorf.

Eine Demonstrationsanlage wurde vor wenigen Wochen auf der Simmerather Kläranlage in Betrieb genommen, und im Bereich Trinkwasseraufbereitung gibt es einen Testlauf in Roetgen. Fortan will Puron die Technologie um die Welt schicken.

Klaus Voßenkaul, Leiter von Marketing, Entwicklung und Vertrieb, vermeldet erste Erfolge: In Frankreich, Österreich, Spanien, Belgien, England und den USA seien Pilotanlagen vor kurzem in Betrieb gegangen oder stünden kurz davor.

„Es geht schnell in den internationalen Bereich”, berichtet er. Die Nominierung für den Gründerpreis sei eine wichtige Anerkennung, die „Publicity” könne bei anstehenden Verhandlungen zudem durchaus hilfreich sein.

Und verhandelt wird: Nachdem im Juli vergangenen Jahres Eon-Venture-Partners eingestiegen seien, stünde nun eine zweite Kapitalrunde bevor.

Gegründet wurde die Puron AG Ende 2001 als Spin-Off des Instituts für Verfahrenstechnik der Aachener Hochschule. Mittlerweile bechäftigen die drei Gründer Klaus Voßenkaul, Stefan Schäfer und Christoph Kullmann 14 Vollzeit-, acht Teilzeitkräfte und drei Dilomanden.

Im März dieses Jahres wurde dem Unternehmen der von der Aachener Zeitung unterstützte Regionalpreis des Start-Up-Wettbewerbs verliehen. Nun winkt der jungen Firma der prestigeträchtige Erfolg auf Bundesebene.

Am 24. Juni werden in Berlin in Anwesenheit von Schirmherr Bundespräsident Johannes Rau die Sieger der nach Kategorien geordneten Finalistentrios gekürt.

Und jubeln wird dann womöglich auch ein weiteres Unternehmen aus der Euregio. Der Arznei-Versandhändler DocMorris aus dem niederländischen Landgraaf ist in der Kategorie „Visionär” nominiert.

Den Start-Up-Wettbewerb der Sparkassen, des ZDF, von McKinsey & Company und Stern gibt es seit 1997. Im vergangenen Jahr verliehen diese Partner erstmals den Deutschen Gründerpreis.