Aachen: Deutsche Anzeigenblätter fahren weiter auf Erfolgskurs

Aachen: Deutsche Anzeigenblätter fahren weiter auf Erfolgskurs

Die deutschen Anzeigenblätter werden auch in diesem Jahr ihren Erfolgskurs fortsetzen. So gehen die rund 230 im Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) organisierten Wochenblattverlage für dieses Jahr davon aus, den bei gut zwei Milliarden Euro liegenden Umsatz des Jahres 2010 um rund zwei Prozent zu überschreiten.

Darauf hat BVDA-Präsident Helmut Gebauer am Donnerstag bei der Eröffnung der Herbsttagung seines Verbandes hingewiesen. Der Fachkongress wird in diesem Jahr von den Verlagen der Titel „Aachener Woche”, „Super Sonntag”, „Super Mittwoch” und „Eifeler Wochenspiegel” im Aachener „Quellenhof” ausgerichtet.

Was die Stimmung dennoch trübt

Die gute Stimmung über das beachtliche Ergebnis der etwa 900 Titel (wöchentliche Auflage 63,2 Millionen Exemplare) wird bei den Anzeigenblattverlegern getrübt durch die Planungen der Deutschen Post, über die Prospektverteilung per Briefträger weiter in das Kerngeschäft der Verlage einzudringen.

„Mit der Expansion der Deutschen Post AG in unsere Märkte macht dieser Staat der Presse, die er eigentlich nach den Bestimmungen des Grundgesetzes schützen sollte, sogar indirekt Wettbewerb”, kritisierte BVDA-Präsident Gebauer die Berliner Regierung.

Auch mit ihrer Untätigkeit zu notwendigen Regelungen des Leistungsschutzrechtes, der Pressefusionskontrolle und des Wettbewerbs des gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu den Verlagen zeige die Regierung, dass die Anliegen der Pressehäuser bei ihr keine besondere Priorität besitzen, sagte der Saarbrücker Verleger.

Breiten Raum im Programm der Tagung nahm die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Anzeigenblattverlage in digitalen Geschäftsfeldern ein. Helmut Gebauer appellierte an seine rund 200 nach Aachen gereisten Kollegen: „So schön das moderate Wachstum auf hohem Niveau auch sein mag - viele Umsatzbringer sind mittlerweile ausgereizt. Begreifen wir in diesem Sinne die Online-Welt als Chance; entwickeln wir digitale Ideen in einem Geschäftsfeld, in dem nur wir über die Kompetenz und jahrzehntelange Erfahrung verfügen - dem Lokalen.”

Ein Beispiel für neue digitale Geschäftsfelder der Verlage stellt heute Peter Selzer, Geschäftsführer der Zeitungsverlag Aachen GmbH vor, die Mehrheitsgesellschafter der Titel „Aachener Woche”, „Super Mittwoch” und „Super Sonntag” ist: das Couponing-Portal „oecher-deal.de”.

Im kommenden Jahr feiert der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter in Berlin sein 25-jähriges Bestehen. „Super Sonntag”-Geschäftsführer Heinz Dahlmanns (Aachen) und „Wochenspiegel”-Verlagsleiter Alexander Lenders (Monschau) würdigten am Donnerstagabend in ihrer Ansprache beim Festabend im Krönungssaal des Aachener Rathauses die Verdienste des verstorbenen Monschauer Druckereibesitzers und Verlegers Hans Georg Weiss, auf dessen Engagement die Gründung des BVDA zurückging.

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