Aachen: Der Minister, Aachen und die Mobilität

Aachen : Der Minister, Aachen und die Mobilität

„Macht mal ein bisschen größer“. Ein Satz, den Hendrik Wüst (CDU), NRW-Verkehrsminister häufig hört, wenn es um die Mobilitätspolitik innerhalb der Landesregierung geht. Im Rahmen seines Vortrages „Mobilität in der Zukunft — besser, nicht schneller“ sprach der Minister im Aachener Haus der Unternehmen vor mehr als 70 Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

Ausgerichtet wurde die Veranstaltung gemeinsam vom VUV (Vereinigte Unternehmerverbände Aachen e.V.) und „Car e.V.“ (competence center automotive region aachen/euregio mass).

„Car“ ist ein Netzwerk und Katalysator für Innovationspartnerschaften im Bereich Automobiltechnik, eine Ideenschmiede und Kontaktplattform für Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Forschung sowie Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Forschung und industrieller Anwendungstechnik. Man schaffe nationale und internationale Netzwerke, sagte Professor Thilo Röth, Vorsitzender von „Car“. Dass die Mobilität aktuell vor neuen Herausforderungen und Aufgaben steht, machte Wüst bereits am Anfang seines Vortrages deutlich. „Die Mobilitätspolitik ist eines der zentralen Themen in der Landesregierung. Zugegeben: Es läuft nicht alles rund und an einigen Stellen haben wir einen hohen Bedarf, aber wir arbeiten daran.“

„Wir benötigen ein modernes Infrastrukturnetz, um die Mobilitätswende realisieren zu können“, sagte Wüst. Er betonte, dass die Mittel für den Landesstraßenbau erhöht und unter anderem für den Bestand der Landestraßennetze genutzt werden. 200 Millionen Euro seien dafür vorgesehen. „Das Ganze braucht natürlich Zeit, wir können nicht von heute auf morgen gravierende Veränderungen erwarten. Verständlicherweise sind die Forderungen nach größeren und schnelleren Optionen im Bereich der Mobilität nachvollziehbar, aber einfach mal größer machen geht nicht“, erklärte Wüst.

Eine Möglichkeit des sukzessiven Ausbaus sei ein Kapazitätsaufbau, der in zwei Schritten erfolgt. Um Infrastrukturen zu verbessern und Verstopfungen im Straßenverkehr zu vermeiden, sollen sich die Verantwortlichen an einen Masterplan halten. Dieser gibt Auskunft darüber, wo und wann in den nächsten Jahren gebaut wird. Auch Absprachen mit Kommunen seien in einem zweiten Schritt Bestandteil des Masterplans. Schnelles und effektives Bauen ohne langen Stillstand müsse die Regel werden.

Wüst nannte NRW und speziell Aachen in Sachen Mobilität 4.0 einen Vorreiter. „Das automatisierte Fahren ist sicherlich ebenfalls ein Thema, in dem eine riesen Chance steckt, sowohl für den öffentlichen, als auch für den privaten Nahverkehr.“ Hier setzt Wüst auch auf die Kompetenzen der Hochschulen, wie der RWTH Aachen und führender Unternehmen.