Aachen: „Der Mindestlohn hat sich nicht negativ ausgewirkt“

Aachen: „Der Mindestlohn hat sich nicht negativ ausgewirkt“

Seit 150 Jahren geht es der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten um faire Arbeit. An diesem Wochenende feierte die NGG in Aachen bei ihrer Delegiertenkonferenz Geburtstag. Ein zentrales Thema war dabei erwartungsgemäß der Mindestlohn.

„Der Mindestlohn hat sich nicht negativ auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt — allen Unkenrufen zum Trotz. Überproportional hat im Gastgewerbe die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zugenommen, Minijobs sind zurückgegangen. Für mehr als die Hälfte der im Gastgewerbe Beschäftigten sind die Löhne auf mindestens 8,50 Euro gestiegen. Das ist ein großartiger Erfolg“, erklärte die NGG-Vorsitzende Michaela Rosenberger in Aachen.

Die Kritik von Arbeitgeberverbänden, insbesondere des deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, sowie der CDU/CSU an der Aufzeichnungspflicht hat Rosenberger zurückgewiesen. „Mit der von Verdi und NGG entwickelten Mindestlohn-App ist die Dokumentation denkbar einfach“, so die NGG-Vorsitzende.

Rosenberger hat angesichts der Flüchtlingskrise davor gewarnt, Menschen in finanzieller Not als billige Arbeitskräfte auszunutzen. Strikt abgelehnt hat die NGG-Vorsitzende die Forderung, den Mindestlohn für Flüchtlinge abzusenken oder gesetzliche und tarifliche Regelungen zu unterlaufen.

Doch auch weitere Themen bewegen die Gewerkschaft. Hans Theis, Vorsitzender der NGG Region Aachen, sagte: „Wir wollen das unsere Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben gesund alt werden können. Deshalb genießt Gesundheitsschutz bei der NGG einen hohen Stellenwert.“ NGG-Regionsgeschäftsführer Peter Mogga erklärte: „Nach wie vor sind die Bundestagsabgeordneten auch der Aachener Region gefordert, die gesetzliche Rente so zu verbessern, das die Menschen im Alter nicht in der Grundsicherung landen.“

In der Ausstellung „Vom Vorleser zum Mindestlohn“ war bei der Delegiertenkonferenz unter dem Blickwinkel „Aus der Geschichte für die Zukunft lernen“ der Werdegang der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten nachzuverfolgen.

(red)