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Der Handel ist auf Chaos aus

Der Handel ist auf Chaos aus

Berlin (an-o/dpa/ddp) - Im Streit um das Dosenpfand hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) großen Unternehmen und dem Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) eine "Chaos- Strategie" vorgeworfen.

Verursacher der derzeitigen Verwirrung seien vier oder fünf Konzerne, die sich kundenunfreundlich verhielten und Vereinbarungen missachteten, sagte Trittin am Montag. Er gehe davon aus, dass etwa 100.000 Tankstellen und Kioske sowie die Handelskette Spar ein Rücknahmesystem für Einwegverpackungen einrichteten, sagte der Minister.

Gleiches gelte für einige große Discounter. HDE-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr betonte dagegen, es stimme nicht, dass ein breit angelegtes Rücknahmesystem aufgebaut werde. Kioske, Tankstellen und Spar-Supermärkte "haben keinen nennenswerten Anteil am Getränkemarkt. Die Verpackungsverordnung wird damit nicht erfüllt." Aus ökologischer Sicht könne das Rücknahmesystem nicht gerechtfertigt werden, meinte Pellengahr. "Sinn macht da nur Mehrweg." Mit der Ankündigung des Einzelhandels, nun die Dosen aus den Regalen zu räumen, würden Trittins Wünsche erfüllt. "Dafür kann er uns unmöglich kritisieren."

Die Lekkerland-Tobaccoland GmbH & Co. KG in Frechen verwies darauf, dass das Unternehmen 70.000 Kioske, Tankstellen und andere Abnehmer beliefere und dort ein flächendeckendes Pfandrücknahmesystem aufbaue. An dieser bundesweiten Lösung könnten sich weitere Handelsbetriebe beteiligen. Einige Ketten hätten bereits Interesse bekundet. Die Deutsche Umwelthilfe erklärte, der HDE solle "seinen Amoklauf gegen das Dosenpfand" beenden. Der Einzelhandel sei jetzt tief gespalten.