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Aachen: Der Aufschwung schwächt sich ab

Aachen : Der Aufschwung schwächt sich ab

Der konjunkturelle Aufwärtstrend in der Region Aachen ist stabil, doch „das Tempo geht ein wenig zurück”. So bewertet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen die Ergebnisse ihrer jüngsten Konjunkturumfrage.

Dass sich der Aufschwung abflacht, begründet die Kammer mit dem schwachen Dollarkurs, den hohen Rohstoffpreisen, der Finanzmarktkrise, der Diskussion um Mindestlöhne sowie den anstehenden Tarifrunden. Etwas verlangsamt wird sich auch der Beschäftigungsanstieg fortsetzen, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes am Dienstag. Das Personal aufstocken wollen neben den Dienstleistern vor allem der Maschinenbau, die Chemieindustrie, die Investitionsgüterproduzenten sowie die Hersteller von Metallerzeugnissen.

Es gebe einen „Trend zu vernünftiger, gut bezahlter Arbeit”, denn es würden dringend Fachkräfte benötigt. Daher entstünden vor allem sozialversicherungspflichtige Vollzeitarbeitsplätze.

„Es zeigen sich zwar erste Abschwächungstendenzen, die Konjunktur bleibt aber weiterhin auf hohem Niveau”, bilanzierte Drewes. Gegenüber den guten Umfrageergebnissen zum Herbst 2007 hätten sich die Daten nur geringfügig verschlechtert. „Wir rechnen damit, dass sich das Wachstum trotz der Turbulenzen auf den Finanzmärkten in leicht abgeschwächter Form fortsetzen wird.” Zwar sank in der Industrie die Produktionsauslastung gegenüber der Herbstumfrage leicht, doch seien die Erwartungen stabil geblieben. Insbesondere aus dem Ausland würden mehr Bestellungen erwartet. Teilweise seien die Auftragsbücher so voll, dass die Betriebe bis ins nächste Jahr ausgelastet seien.

Zwar habe der Aufschwung den Verbraucher immer noch nicht erreicht, wie die Geschäftslage und - erwartung für den Handel zeige, doch werde vermutlich im 2. Halbjahr auch der private Konsum anziehen, weil sich dann die höhere Beschäftigung und Lohnsteigerungen auswirkten. „Arbeit zu haben, schafft Vertrauen”, sagte Drewes.

Im Handel hat sich die Geschäftslage rückläufig entwickelt. Unverändert blieben die Positivmeldungen: 39 Prozent der Großhändler und 32 Prozent der Einzelhändler schätzen ihre Lage als gut ein. Dennoch sank der Saldo aus positiven und negativen Antworten im Einzelhandel von + 25 auf + 15.

Regional zeigt sich die Entwicklung unterschiedlich: Der Einzelhandel im Kreis Aachen berichtet von einer guten Geschäftssituation, in allen anderen Kreisen sowie in der Stadt Aachen ist der Saldo rückläufig. Ähnliches gilt auch für den Großhandel. Hier melden die Unternehmen in der Stadt Aachen sowie in den Kreisen Düren und Heinsberg eine verbesserte Geschäftslage, in den Kreisen Aachen und Euskirchen dagegen rückläufige Tendenzen. Insgesamt hat der Aufschwung die Verbraucher immer noch nicht erreicht.

Die Geschäftserwartungen haben sich im Vergleich zum Herbst zwar leicht eingetrübt, bleiben aber auf hohem Niveau. 31 Prozent der befragten Unternehmen rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit einem besseren Geschäftsverlauf. Die Ertragslage der Unternehmen hat sich in den letzten sechs Monaten leicht rückläufig entwickelt.

Die Erwartungen der Unternehmen an den Export bleiben optimistisch. Die Anzahl der Industrieunternehmen, die steigende Auslandsumsätze erwarten, ist trotz des schwachen Dollarkurses nochmals gestiegen. „Die familiengeführten mittelständischen Unternehmen, die für unsere Region prägend sind, haben individuelle Wege in die internationalen Märkte gefunden und sind damit erfolgreich”, so Jürgen Drewes.