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Köln/Aachen: Delhaize fiel der Einstieg in Deutschland nicht leicht

Köln/Aachen : Delhaize fiel der Einstieg in Deutschland nicht leicht

Nordrhein-Westfalen bleibt für den belgischen Lebensmittelkonzern Delhaize der ideale Markt für eine Expansion. Die Belgier verfügen in Aachen und Köln über jeweils zwei Standorte.

Noch in diesem Frühjahr soll in der Brüsseler Zentrale die Entscheidung fallen, in welchem Tempo der Konzern in Deutschland weiter expandieren will. An einen Rückzug sei jedenfalls nicht zu denken. Das machte Norbert De Pourcq in einem Gespräch mit unserer Zeitung deutlich.

Der in Aachen geborene, in Ostende aufgewachsene und in Antwerpen ansässige De Pourcq ist für das Deutschland-Geschäft der drittgrößten belgischen Lebensmittelkette zuständig.

Von einem rasanten Wachstum des belgischen Konzerns in Deutschland konnte in der Vergangenheit nicht gerade die rede sein. Nach dem Start in Aachen im Jahr 2003 geschah zunächst wenig. Erst 2006 folgte in Köln ein kleiner City-Laden und im Oktober 2007 wurde ein großer Supermarkt an der Aachener Straße in der Domstadt eröffnet.

De Pourcq macht keinen Hehl daraus, dass man sich den Einstieg in den deutschen Markt leichter vorgestellt hatte. „Das Ergebnis in Aachen gefällt uns - aber es ist nicht der große Knaller”, gibt er freimütig zu und zählt auch die Probleme auf.

Viele Kunden erwarteten ein Sortiment wie in Belgien. Das sei aber nicht möglich, da viele belgische National-Marken nur in Französisch oder Niederländisch beschriftet seien. Auch sei man in Deutschland von den Kosten für Immobilien und Marketing überrascht worden.

Im Grund könne man den deutschen Lebensmittelmarkt „als gesättigt” ansehen. Dort könne man nur noch mit Premium-Produkten und Convenience-Artikeln (frisch zubereitete Fertiggerichte) Marktanteile gewinnen. Daneben will Delhaize mit seinem Bio-Sortiment (650 bis 700 Produkte), seiner Frisch-Fischabteilung und dem Wein-Angebot punkten.

Der belgische Lebensmittelriese, der mit einem Jahresweltumsatz von zuletzt 19,2 Milliarden Euro etwa die Größe der Tengelmann-Gruppe (vor dem Verkauf von Plus), hat, versorgt seine deutschen Standorte von Brüssel aus. Das sei logistisch kein Problem versichert De Pourcq. Schließlich verfahre man auch im Großherzogtum Luxemburg so, wo Delhaize über 31 Filialen verfügt.