Frankfurt/Main: Dax startet Erholungsversuch: Neue Hoffnung im Handelsstreit

Frankfurt/Main : Dax startet Erholungsversuch: Neue Hoffnung im Handelsstreit

Der Dax hat am Donnerstag einen Erholungskurs eingeschlagen. Anleger setzten auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China, was auch der Wall Street wieder Auftrieb gab.

Nach teils deutlichen Verlusten in den vorangegangenen Tagen gewann der deutsche Leitindex letztlich 0,61 Prozent auf 12 237,17 Punkte und schloss damit knapp unter seinem kurz zuvor erreichten Tageshoch. Zur Wochenmitte war er noch zeitweise bis auf 12 120 Zähler abgesackt, den tiefsten Stand seit Ende Juni.

Auch wenn in jüngster Zeit vor allem die Türkei-Krise mit der starken Lira-Abwertung die Schlagzeilen bestimmte, ging ein Großteil der Verluste im Dax in der laufenden Woche auf die Bayer-Aktien zurück. Seitdem ein US-Gericht der US-Tochter Monsanto am Freitag wegen angeblich verschleierter Gefahren von Glyphosat eine dreistellige Millionenzahlung aufgebrummt hatte, war der Börsenwert der Leverkusener um knapp ein Fünftel eingebrochen.

Knapp 5 Prozent davon büßte die Bayer-Aktie am Donnerstag ein. Sie sackte damit auf einen weiteren Tiefstand seit März 2013. Einem Bericht der „Wirtschaftswoche” zufolge drohen Monsanto möglicherweise weitere Millionenstrafen in den USA aus Sammelklagen wegen angeblicher Schäden durch den Unkrautvernichter Dicamba. Ein Berufungsgericht in Kalifornien wies zudem eine Monsanto-Beschwerde zurück, so dass der US-Bundesstaat Glyphosat weiterhin als möglicherweise krebserregend bezeichnen darf.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg um 0,88 Prozent auf 26 430,24 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 1,59 Prozent auf 2888,33 Zähler. Europaweit ergab sich mit Ausnahme Italiens ein ähnliches Bild. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 beendete den Tag mit einem Plus von 0,55 Prozent auf 3377,56 Punkte. In Paris und London wurden ebenfalls Gewinne verbucht.

Im Handelsstreit zwischen den USA und China gibt es einen neuen Hoffnungsschimmer. Ende August will die Führung in Peking eine Delegation zu Gesprächen nach Washington schicken.

Unter den Einzelwerten im Dax standen neben Bayer auch die Vorzugsaktien von Henkel nach einer gesenkten Prognose für das Jahresergebnis im Blick. Zeitweise ging es für die Papiere um mehr als 4 Prozent abwärts, bevor sie sich wieder stabilisierten und fast unverändert aus dem Handel gingen. Gegenwind vom starken Euro und von gestiegenen Rohstoffpreise machte den Düsseldorfern zu schaffen. SAP-Titel gewannen knapp 3 Prozent hinzu und profitierten vom allgemein positiven Trend für Technologiewerte.

Ihren Status als Anlegerfavorit untermauerten Papiere von Wirecard mit einer erneuten Prognoseerhöhung und einem weiteren Rekordhoch. Die Aktien des Zahlungsabwicklers, der im September wohl in den Dax aufsteigen wird, legten um knapp 10 Prozent zu. Die Deutsche Bank hat Wirecard im Börsenwert inzwischen abgehängt, seit Ende 2017 steuert das Unternehmen hier auf eine Verdoppelung zu.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,15 Prozent am Vortag auf 0,13 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 141,65 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,08 Prozent auf 163,43 Punkte ein. Der Euro erholte sich nach dem jüngsten Abrutschen wieder etwas und kostete am frühen Abend 1,1385 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1370 (Mittwoch: 1,1321) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8795 (0,8833) Euro.

(dpa)
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