Aachen: Damit die Energieversorgung effizient und sicher bleibt

Aachen: Damit die Energieversorgung effizient und sicher bleibt

Das nur zur Beruhigung: Der Strom wird weiter aus der Steckdose kommen. Es wird auch keine Baustellen geben. Und am Ende, voraussichtlich Mitte 2018, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind und das Netz freigeschaltet wird, soll der Stromkunde gar nicht bemerken, dass sich etwas verändert hat.

„Neues Datenfunknetz zur Steuerung von Energieinfrastrukturen“ ist das Projekt überschrieben, das die regionalen Netzbetreiber Infrawest, eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Aachen AG (Stawag), und Regionetz, eine Tochter der EWV Energie- und Wasserversorgung GmbH, gemeinsam mit dem Telekommunikationsdienstleister NetAachen und der 450connect GmbH in Angriff nehmen.

Es ist eine Investition in die Zukunft, um den Herausforderungen der immer komplexer werdenden Energieversorgung gerecht werden zu können, sagen NetAachen-Geschäftsführer Andreas Schneider und Infrawest-Geschäftsführer Stefan Ohmen.

Es geht darum, die Kette vom Erzeuger zum Verbraucher dezentral zu steuern und zu überwachen. Denn da wir es mit einer steigenden Zahl von Erzeugern zu tun haben werden (Stichwort Energiewende), wird diese Kette kleinteiliger und so auch anfälliger — für Störungen oder auch unerwünschten Besuch von Hackern. Es geht aber auch darum, intelligente Stromzähler, die in den kommenden Jahren für bestimmte Verbrauchswerte und Bereiche verpflichtend werden, ins Netz integrieren und auslesen zu können (Stichwort Smart Metering); es geht darum, die Abschaltung verzichtbarer Stromlasten zu steuern, Ladestationen für Elektrofahrzeuge anzubinden oder die Kommunikation im Notfall zu gewährleisten — um nur einige Beispiele zu nennen.

Dazu müssen die Anlagen aufeinander abgestimmt sein und vor sicher miteinander kommunizieren. Dies geschieht digital — aber natürlich nicht über ein öffentlich zugängliches und deshalb nicht sicheres Kommunikationsnetz.

Die Lösung soll eine Funkfrequenz sein, die ursprünglich für das C-Mobilfunknetz genutzt wurde, zuletzt aber eher brach lag: das 450-Megahertz-Frequenzband. Die Lizenz dafür hat 450connect erworben, ein Beteiligungsunternehmen der Alliander AG aus den Niederlanden. Sie will gemeinsam mit regionalen Partnern ein bundesweites Funknetz für die Energiewirtschaft aufbauen. Erste Kunden waren der Oldenburger Stromnetzbetreiber EWE und die Netzgesellschaft Düsseldorf. Mit Infrawest und Regionetz, die ihre Aktivitäten zum neuen Jahr in einer Gesellschaft bündeln wollen, sowie der NetAachen soll dieses Funknetz für die Städteregion Aachen sowie die Kreise Heinsberg und Düren aufgebaut werden.

Auf Basis der 450 MHz-Frequenz soll das Netz in sich verschlüsselt und damit sicher sein— und auch in Kellerräumen erreichbar. Die Infrastruktur dafür liefern 14 bereits existierende Funkstandorte, die eine Abdeckung aller Gebäude im Verbreitungsgebiet gewährleisten sollen und mit einem zentralen Rechnerstandort in Düsseldorf verbunden werden.

Die Zusammenarbeit der Partner ist zunächst auf 15 Jahre angelegt. Die direkten Investitionskosten bewegen sich in einem Rahmen von rund einer Million Euro.

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