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Continental geht neue Wege

Continental geht neue Wege

Hannover (an-o/dpa). - Der Reifenhersteller Continental bricht seine starren Arbeitszeiten auf und will mit hochflexiblen Schichtsystemen und Leiharbeitern auf Marktschwankungen reagieren.

Zunächst wird ein "atmendes Modell" im Lkw-Reifen-Werk in Hannover-Stöcken zum 1. Januar 2003 eingeführt. Sollte sich das System für die 3300 Mitarbeiter in Stöcken bewähren, würde es auf andere Standorte ausgeweitet, sagte gestern Continental-Vorstandsmitglied Hans-Joachim Nikolin.
Conti will damit unter anderem Kurzarbeit und Kündigungen vermeiden. Eine Arbeitsplatzgarantie sei mit der Vereinbarung zwischen Unternehmen und Betriebsrat aber nicht verbunden, betonte Nikolin.

Der Reifenkonzern hatte in den vergangenen Jahren gerade in der Nutzreifensparte tief greifende Probleme und musste Werke in Österreich und Belgien schließen und die dortigen Mitarbeiter entlassen.

Das System sieht eine Produktionszeit von 12 bis 21 Schichten pro Woche vor. Im Durchschnitt sollen die Beschäftigten 19 Schichten arbeiten. Weniger oder mehr Schichten als die von dann an geltenden 37,5 Wochenstunden werden auf kollektiven Arbeitszeitkonten festgehalten. Darauf können bis zu 32 Schichten weniger Arbeit gespeichert und im Laufe mehrerer Jahre wieder ausgeglichen werden.

Die Vereinbarung sieht auch vor, dass Conti in der Lkw-Reifen-Produktion bis zu 25 Prozent Leiharbeiter einsetzen kann. So sollen frei werdende Stellen von Conti-Mitarbeitern künftig mit Leiharbeitern besetzt werden, die unter den für die Conti-Mitarbeiter geltenden Tarifgehältern arbeiten sollen.