Aachen: Commerzbank bekennt sich zur regionalen Präsenz

Aachen : Commerzbank bekennt sich zur regionalen Präsenz

„Wir liefern!“ Seit gut 100 Tagen ist Stephanie Doll bei der Commerzbank Aachen verantwortlich für das Geschäft mit Privat- und Unternehmerkunden. Und die erste Bilanz, die sie vorstellt, zeigt das Geldinstitut weiter auf Wachstumskurs.

„Wir haben in Aachen netto 1843 neue Kunden gewonnen“, sagt die Niederlassungsleiterin mit Blick auf das Jahr 2017. Dabei bewähre sich die Strategie, persönlich und digital für die Kunden da zu sein.

Im Gegensatz zum Branchentrend halte die Commerzbank am kostenlosen Girokonto auch in Zukunft fest. „Das ist unser wichtigstes Ankerprodukt, damit überzeugen wir am Markt“, betont Doll. Dazu gehöre das Bekenntnis zur regionalen Präsenz. Das Filialnetz in der Region Aachen-Düren-Heinsberg werde nicht ausgedünnt — wohl aber werde es nicht jede Dienstleistung in jeder Filiale geben können. „Wer nur einmal in seinem Leben eine Baufinanzierung abschließt, fährt dafür auch in die nächstgelegene Filiale mit entsprechendem Angebot“, glaubt die Niederlassungsleiterin.

Letztlich komme es der Commerzbank zugute, dass sich immer mehr Mitbewerber aus der Fläche herauszögen. „Wir investieren in neue Flagship- und City-Filialen und modernisieren unsere Standorte, wie zum Beispiel aktuell in Alsdorf.“

Im Kreditgeschäft profitiert die Niederlassung Aachen vom Immobilienboom. So betrug das Neugeschäftsvolumen bei Immobilienkrediten im vergangenen Jahr 200 Millionen Euro — eine Steigerung um 23,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Ausfallquote ist laut Doll sehr gering. „Wir gehen mit einer hohen Sorgfaltspflicht an das Thema.“

Dass der Sparstrumpf als Anlageform längst ausgedient hat, ist eine Erfahrung, die die ganze Branche macht. Auch die Commerzbank-Kunden suchen ihr Glück verstärkt an der Börse. Knapp 63 Millionen Euro investierten sie 2017 neu in Wertpapiere, rechnet Doll vor. „Im Durchschnitt sind bei einem total überschaubaren Risiko fünf Prozent Zinsen drin.“ Digitale Angebote wie die Baufinanzierung per App und eine automatische Liquiditätsprognose für klein- und mittelständische Unternehmen sollen das Wachstum weiter ankurbeln.

Im Bereich Firmenkunden konnte die Bank nach Auskunft von Jürgen Heyne, Standortleiter der Mittelstandsbank in Aachen, deutschlandweit fast 3800 neue Kunden gewinnen. Der Standort Aachen habe zu diesem Ergebnis zweistellig beigetragen. „Mit unserer Sektorexpertise in den Schlüsselindustrien und unserer ausgewiesenen Kompetenz etwa bei Zins-, Währungs- und Rohstoffabsicherungen, aber insbesondere auch im Außenhandelsgeschäft, haben wir im Mittelstand einen Wettbewerbsvorteil, den wir in Zukunft noch intensivieren werden“, kündigt Heyne an.

Auch im Firmenkundengeschäft wird auf Digitalisierung gesetzt. So wurde eine digitale Kreditplattform eingeführt, über die Mittelständler einen Kontokorrentkredit von bis zu fünf Millionen Euro komplett digital beantragen können. „Die Zusage erfolgt im Idealfall innerhalb von 24 Stunden“, sagt Heyne.

Im Jahr 2017 erwirtschaftete die Commerzbank, die rund 30 Prozent des deutschen Außenhandels abwickelt, mit bundesweit etwa 49.300 Mitarbeitern Bruttoerträge von 9,2 Milliarden Euro. Deutschlandweit gibt es etwa 1000 Filialen, in der Region sind es zwölf.

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