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Eupen/Aachen: China lässt TVs in Eupen bauen

Eupen/Aachen : China lässt TVs in Eupen bauen

Nach dem Rückzug von Philips soll die Euregio ab 2005 wieder als Produktionsstandort für modernste Unterhaltungselektronik glänzen.

Die Eupener SPB AG (Société de Production Belge) stellt ab Januar für den chinesischen Konzerngiganten Amoi LCD-Fernseher für den europäischen Markt her. Ein entsprechendes Abkommen haben Amoi-Generalmanager Sunex Xu und SPB-Vorstandsvorsitzender Thomas Sommerlath jetzt im Beisein des belgischen Prinzen Philippe in Shanghai unterzeichnet.

„Wir haben LCD-Fernseher als eines der am stärksten wachsenden Segmente im Bereich der Unterhaltungselektronik der nächsten fünf Jahre ausgemacht”, sagt SPB-Vorstand Sommerlath. „Unser erklärtes Ziel ist, im Fernsehsegment innerhalb eines Jahres mit unserem Namen Amoi unter die Top Ten Europas aufzusteigen”, gibt Li Xiaozhong, Präsident von Amoi Electronics, das Ziel vor.

Rund 15 bis 20 Prozent preiswerter als populäre Hersteller wie Sony oder Loewe will SPB die Flachbildfernseher am Markt anbieten - auch über große deutsche Handelsketten. Dabei vertraut man auf Bildschirme - so genannte „Panels” - von namhaften Firmen, die dann in Amoi-Gehäuse integriert werden.

Einen Namen machte sich SPB bislang vor allem mit der Produktion von Computern im „Build to Order”-Verfahren. 14 Millionen Euro Jahresumsatz verzeichnete man laut Unternehmensangaben zuletzt.

Die Produktionsstraßen des Eupener Werkes mit einer Kapazität von 1500 Rechnern pro Tag werden derzeit umgerüstet. Die Bildschirmgrößen reichen von 50 bis 82 Zentimeter. „Schon in der Vergangenheit haben wir unsere Belegschaft von 40 Fachkräften zeitweise aufstocken müssen. Ich rechne damit, dass wir nun dauerhaft bis zu 120 Mitarbeiter beschäftigen können”, betont Sommerlath.

Dass die Chinesen über einen Eupener Partner auf den europäischen Markt drängen, überrascht den Aachener Unternehmer nicht: „Allein die Verschiffung der Fernseher bei einer Produktion in China würde acht bis zwölf Wochen verschlingen. So könnte die Nachfrage auf dem hiesigen Markt niemals flexibel und schnell befriedigt werden”, erklärt der SPB-Vorstandsvorsitzende.