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Aachen: Bittere Medizin für Grünenthal

Aachen : Bittere Medizin für Grünenthal

Der Pharmahersteller Grünenthal leidet unter einer akuten Ertragsschwäche. Das vergangene Jahre konnte nur durch den Verkauf der Takeda-Beteiligung ausgeglichen werden.

Firmenchef Michael Wirtz erwartet erst 2004 „eine schwarze Null” und 2005 wieder Gewinne.

Ohne die Belastungen durch die Berliner Gesundheitspolitik hätte man die hausinternen Kostenprobleme in den Griff bekommen. Das stellte der geschäftsführende Gesellschafter der Grünenthal GmbH, Michael Wirtz, am Freitag heraus.

Bis 2005 bezifferte er die Zusatz-Kosten durch gesetzliche Vorschriften auf 14 Millionen Euro. Zudem habe die Verpflichtung für Ärzte und Apotheker, nur das billigste Präparat abzugeben, zu einem Preisverfall auch bei den Markenprodukten geführt.

Zu Buche schlug 2002 aber vor allem der Wegfall der Lizenzeinnahmen für das Schmerzprodukt Tramal in USA, weil dort der Patentschutz abgelaufen war. Dennoch ist Wirtz zuversichtlich, Grünenthal spätestens 2006 wieder in die Gewinnzone zu steuern.

Neben der soliden Firmenbasis - die Eigenkapitalquote beträgt 65 Prozent - geben vor allem die Produkte, die in den Grünenthal-Labors im Augenblick entwickelt werden, Anlass zu Optimismus.

Der Schwerpunkt liegt bei neuartigen Analgetika, die starke Schmerzen ohne sonst übliche Nebenwirkungen mildern sollen. Als stabilisierender Faktor erweise sich jetzt auch die internationale Ausrichtung des Geschäfts, stellte Wirtz fest. Nur noch rund 35 Prozent werden auf dem deutschen Markt erwirtschaftet.

Insgesamt stieg der Umsatz von 237 auf rund 260 Millionen Euro. Zugelegt hat Grünenthal vor allem in Asien und Osteuropa. In China wird eine Produktionsstätte gebaut und das Werk in Ecuador, das seit 30 jahren besteht, wird als Zentrale für Lateinamerika beträchtlich erweitert.

Der Forschungsaufwand soll künftig eine Größenordnung von 100 Millionen Euro erreichen. Die Produkte werden, zum Teil in Kooperation mit anderen Unternehmen, vor allem Blick auf den USA entwickelt.