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Lüttich: Bis zu 10.000 neue Arbeitsplätze in Belgien

Lüttich : Bis zu 10.000 neue Arbeitsplätze in Belgien

Der Logistikdienstleister der Deutschen Post DHL will in Belgien expandieren und bis zu 10.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Bis zum Jahr 2012 soll die transportierte Menge auf 780.000 Tonnen mehr als verdoppelt werden. Dieses Vorhaben setzt die belgischen Entscheidungsträger unter Druck, da eine solche Expansion mit mehreren tausend zusätzlichen Flügen pro Jahr verbunden ist.

Der Brüsseler Flughafen Zaventem, wo DHL angesiedelt ist, kann dies jedoch nicht bewerkstelligen. Nicht aus technischer Sicht, sondern weil die Frage der Nachtflüge, die den Schlaf der Bewohner der Brüsseler Randbezirke empfindlich stören, schon seit Jahren einer der größten Streitpunkte der belgischen Innenpolitik ist.

Die Regierung hat DHL deshalb vorgeschlagen, die Schaffung eines zweiten Standbeins in Belgien in Betracht zu ziehen. Der Flughafen Ostende hat definitiv abgewunken, und auch die Wallonie ist nicht Feuer und Flamme.

Die wallonische Regierung hat aber dennoch eine Studie über die möglichen ökonomischen und ökologischen Auswirkungen einer DHL-Ansiedlung in Auftrag gegeben. Das Arbeitsplatzargument ist den wallonischen Politikern zu wichtig, um nicht zumindest Alternativen zu prüfen.

Als mögliche DHL-Standorte sind die Flughäfen Lüttich-Bierset, Chièvres und die Militärbasis Jéhonville im Gespräch. Die beiden letzteren sind allerdings nur auf der Liste, um die Anrainer (und Wähler) von Bierset vor den wichtigen Regionalwahlen im Juli nicht zu verstimmen.

„Wenn es nach uns geht, kommt nur Zaventem in Frage. Aber entscheiden muss die Regierung”, erklärte ein DHL-Sprecher. Untergründig schwingt die Drohung mit, im Falle einer Ablehnung der Expansion in Zaventem ganz aus Belgien abzuziehen und die Aktivitäten zum Beispiel nach Leipzig zu verlegen.

Die belgische Regierung, für die auch mögliche Steuereinnahmen von bis zu 500 Millionen Euro auf dem Spiel stehen, will bis Ende Januar ihren Gegenvorschlag vorlegen.