1. Wirtschaft

Aachen: Betrugsverdacht: Staatsanwälte ermitteln gegen Aachener VW-Händler

Aachen : Betrugsverdacht: Staatsanwälte ermitteln gegen Aachener VW-Händler

Die Aachener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen vier leitende Angestellte des VW-Händlers Jacobs-Gruppe wegen Betruges. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Robert Deller auf Anfrage dieser Zeitung.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft sollen die vier Angestellten in mehr als 100 Fällen seit 2005 von der Volkswagen AG zu Unrecht Prämienzahlungen bis zu 6000 Euro für den Verkauf der VW-Luxuslimousine Phaeton in Rechnung gestellt haben. Insgesamt bezifferte die Staatsanwaltschaft den Schaden auf mehrere hunderttausend Euro. Die Jacobs-Gruppe bestreitet die Vorwürfe.

VW hatte zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Betrugsfälle für den Kauf eines Phaetons bis zu 6000 Euro Prämie für die Inzahlungnahme eines Gebrauchtwagens ausgelobt. Die Staatsanwaltschaft hat „Erkenntnisse, dass die Verträge” der jeweiligen Inzahlungnahmen „fingiert worden sind”, sagte Oberstaatsanwalt Deller. Die vier Jacobs-Angestellten hätten VW die Prämie möglicherweise in Rechnung gestellt, obwohl sie gar kein gebrauchtes Auto der jeweiligen Phaeton-Käufer in Zahlung genommen hätten.

Die Rechtsanwälte der Jacobs-Gruppe weisen in einer Presseerklärung darauf hin, „dass zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Täuschungshandlungen begangen worden sind”, alle Bedingungen der Prämienzahlungen seien „zu 100 Prozent erfüllt” worden. Dies sei „im Rahmen der üblichen Händlerprüfungen mehrfach durch die Volkswagen AG überprüft” worden, heißt es in der Erklärung weiter.

Ob die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt, ist völlig offen, die Ermittlungen laufen nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Deller erst seit Februar. Ende Februar ist bei einer Hausdurchsuchung umfangreiches Aktenmaterial sichergestellt worden. Die Jacobs-Gruppe glaubt, die Vorwürfe „werden im Ermittlungsverfahren widerlegt werden”.

Die Jacobs-Gruppe ist der größte VW- und Audi-Händler der Region und beschäftigt etwa 500 Mitarbeiter.