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Aachen: Bessere Beschäftigungschancen auch in der Region

Aachen : Bessere Beschäftigungschancen auch in der Region

Fachkräfte sind derzeit in manchen Branchen schon knapp - wie Ausbildungsplätze bundesweit. Die Beschäftigungschancen haben sich enorm verbessert. Ende März waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit , Nürnberg, zwischen Geilenkirchen und Görlitz 640.000 Stellen unbesetzt - gut 130.000 mehr als 2006.

Die Agenturen für Arbeit Aachen und Düren hatten 7750 freie Stellen in ihrem Bestand, nach einer Faustformel ist das etwa ein Drittel des tatsächlichen Personalbedarfs. Besonders dramatisch ist der bundesweite Mangel an IT-Fachkräften und Ingenieuren. So können nach Angaben des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) etwa 22.000 Ingenieursstellen gegenwärtig nicht besetzt werden.

Der Mangel dürfte sich sogar weiter verschärfen, weil weniger das Studienfach Informatik wählen.

Die Lage am Ausbildungsmarkt ist nach Einschätzung der Agenturen für Arbeit und der Gewerkschaften kritisch - u.a. weil etwa in NRW mit rund 206.000 Schülern der stärkste Entlassjahrgang die Schule verlässt und weil sich im Land eine immer größere Bugwelle an unversorgten Altbewerbern aus den Vorjahren aufbaut.

Die Situation entspannt sich aber. 2007 wird die regionale Wirtschaft aufgrund der zugkräftigen Konjunktur ihre „hohe Ausbildungsbereitschaft weiter ausbauen”, prognostiziert der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen, Michael Wirtz.

Im 1. Quartal ist die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge im Bezirk um mehr als 20 Prozent gestiegen, berichtet der stellvertretende Berufsbildungschef der IHK, Gisbert Kurlfinke.

Ausbildung steigt

2006 waren bei der IHK 8,1 Prozent mehr Ausbildungsverträge eingetragen worden. Mit 4194 neuen Ausbildungsverhältnissen wurde der höchste Wert seit 17 Jahren erreicht. Die Ausbildungsleistung der Unternehmen sei damit, so Wirtz, „spitze”.

Auch das regionale Handwerk erhöht die Schlagzahl. 2006 war die Zahl der neuen Lehrverträge um 2,6 Prozent auf 2955 gestiegen. 2007 werden die Ausbildungsbetriebe - wie zuletzt 2004 - die Marke von 3000 „reißen”, erwartet der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HWK) Aachen, Ralf W. Barkey.

Der regionale „Ausbildungskonsens” wartet ebenfalls mit Erfolgszahlen auf. Im Januar wurde der letzte unversorgte Jugendliche vermittelt, so Kurlfinke als Koordinator dieser Initiative, die von Wirtschaft, Gewerkschaften sowie den Agenturen für Arbeit getragen wird.

Auch das NRW-Arbeitsministerium half aus - mit dem „Sonderprogramm Ausbildung 2006”. Dadurch konnten, so die Regionalagentur Aachen, 181 Problem-Jugendliche in Ausbildung gebracht werden - etwa bei der low tec eGmbH, Düren. Insgesamt zwölf wirtschaftsnahe Bildungsträger in der Region sind an diesem Programm beteiligt.

Doch jetzt, so das Ministerium, „kommt es darauf an, dass mehr Betriebe neu in die Ausbildung einsteigen, andere ihre Ausbildungskapazitäten erhöhen”. IHK-Präsident Wirtz: „Wer jetzt nicht ausbildet, muss sich in einigen Jahren strategische Managementfehler vorhalten lassen.”

Denn die Alterung der Gesellschaft verknappt das Angebot an Lehrlingen und Fachkräften schon bald.