Tarifverhandlungen geplatzt: Belgien steht ein Generalstreik bevor

Tarifverhandlungen geplatzt: Belgien steht ein Generalstreik bevor

Belgien droht ein Generalstreik: Die drei großen Gewerkschaften haben am Dienstagnachmittag die laufenden Gehaltsverhandlungen abgebrochen. Am 13. Februar soll nun in der Privatwirtschaft die Arbeit ruhen.

Wie belgische Medien berichteten, haben sich die christliche Gewerkschaft ACV, die sozialistische ABVV und die liberale ACLVB am Dienstag geeinigt, die Beratungen zu einem branchenübergreifenden Tarifabkommen zu beenden. In der sogenannten Zehnergruppe verhandeln Arbeitnehmervertreter mit den Arbeitgebern und der Regierung über Einkommensanpassungen.

Die vom Zentralen Wirtschaftsrat – einer Art öffentlich-rechtlichem Fachgremium – vorgeschlagenen 0,8 Prozent Lohnanstieg waren von der Gewerkschaftsseite als unzureichend zurückgewiesen worden.

Neben einer flächendeckenden Arbeitsniederlegung ist am 13. Februar auch eine große Kundgebung für mehr Kaufkraft angekündigt.

Nun ist die Regierung am Zug: Sie ist gefordert, eine Schlichtung einzuleiten. Vor dem Hintergrund der aktuellen belgischen Regierungskrise, bei der der im Dezember zurückgetretene Premierminister Charles Michel bis zu den für 26. Mai angesetzten Parlamentswahlen nur geschäftsführend im Amt ist, schätzen Beobachter die Verhandlungen als schwierig ein.

(heck)
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