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Aachen: Bei Sparen auf die Röhre schauen

Aachen : Bei Sparen auf die Röhre schauen

Energie einsparen ist in aller Munde. Wer auch nur grob hinschaut, wo sich der Verbrauch von Anlagen und Installationen reduzieren lässt, ohne auf gewohnte Komfortansprüche verzichten zu müssen, kann viele Ansatzpunkte finden, die das Sparschwein füllen helfen und letztlich der Umwelt dienen.

Eine innovative Lösung mit Pfiff, die herkömmliche Anwendungen in eine hochmoderne Energiezukunft katapultiert, haben Firmenchef Roger Voorjans und sein Berater Hans Buttolo zu bieten. Die beiden Niederländer erkoren ihr Geschäftsprinzip zum Namen ihrer in Aachen-Verlautenheide ansässigen Firma: „DES - Direct Energy Save”.

Ganz direkt, ohne Umschweife, kommen Voorjans und Buttolo auf den Punkt: Mit ihren Energiesparsystemen lassen sich die Stromkosten von Leuchtstoffröhren enorm reduzieren. Sie hängen in Betrieben massenweise an den Hallendecken und in den Büros - ein schier unerschöpfliches Sparpotenzial winkt da!

Wie funktioniert das? Der Zauber liegt in einem speziellen Vorschaltgerät für die Halter herkömmlicher „T8-Leuchten”. Sozusagen im Handumdrehen lassen sich diese „alten” Röhren umrüsten auf das dünnere T5-Format. Ein über die gesamte Länge dieser Röhren installierter Parabolspiegel sorgt durch Reflexion für deutlich höhere Lichtausbeute, da die Wattzahl und damit die Leuchtkraft bei der T5-Röhre pro Exemplar natürlich geringer ausfällt als bei der T8-Röhre.

Das eigentliche Geheimnis liegt in dem Adapter. Dieses technische Teil, nach DES-Entwürfen von einer Kölner Firma beigesteuert, sorgt für die neuen, effizienteren Verbrauchsmöglichkeiten. Der bisher notwendige Starter am Vorschaltgerät der Röhrenhalterungen ist nicht mehr erforderlich und wird überbrückt.

Für das neue T5-System müssen samt der elektronischen Schaltung rund 37,50 Euro berappt werden. Der hohe finanzielle Aufwand relativiert sich bei einer etwa 50-prozentigen Energieeinsparung auch wegen der mit rund 30.000 Betriebsstunden fast dreimal höheren Lebensdauer. Und noch ein angenehmer Nebeneffekt: Start und Betrieb sind geräuschlos, das Licht ist dank Hochfrequenztechnik flackerfrei und somit angenehmer fürs Auge.

Nicht zu vergessen der Umweltaspekt: Reduzierung des Ausstoßes von klimaschädlichem Kohlendioxid, wesentlich geringerer Quecksilberanteil bei T5- als bei T8-Röhren. Und: Wegen der längeren Lebensdauer sinken analog auch die Wartungskosten - was bei hohen Fabrikhallen, für die Hubwagen notwendig sind, um bis nach ganz oben zu gelangen, spürbar ins Gewicht fällt. „Schon nach etwa zwei Jahren haben sich die Kosten wieder amortisiert”, schwärmt Voorjans.

Viele Unternehmen auch in der Region haben sich von diesen Spar-Erfolgen beeindrucken lassen und umgerüstet.

Im Aachener Uni-Klinikum warten 120.000 Röhren auf den Austausch

Das Gebäudemanagement der Stadt Aachen, der örtliche Energieversorger Stawag, die Parkhaus-Betreibergesellschaft Apag: DES ist mit großen Interessenten im Gespräch, um konkrete Anwendungsmöglichkeiten auszuloten.

Im Aachener Uni-Klinikum sind rund 120.000 Neonröhren installiert. Zug um Zug sollen sie gegen DES-Systeme ausgetauscht werden. Mit rund 10.000 Exemplaren wird im Zuge laufender Umbau- und Sanierungsarbeiten begonnen.

Auf dem niederländischen Heimatmarkt der DES-Eigner hat sich die neue Licht-Generation bereits durchgesetzt. Zu den Nutzern gehört auch der Gouverneur der Provinz Limburg in Maastricht, der 2600 Systeme orderte.

In Deutschland winkt ein Massenmarkt von mehr als 700 Millionen installierten Leuchtstoffröhren, zu 90 Prozent in Betrieben, dazu in Supermärkten, öffentlichen Gebäuden, Schulen und Sporthallen. Für einen privaten Haushalt dürfte sich der Aufwand allerdings nicht lohnen, sagt DES-Geschäftsführer Roger Voorjans, der mit Hartmut Schappach und Phat Dang das Unternehmen leitet.

DES hat gerade einen neuen Adapter entwickelt - für Straßenlampen. Mit dem Kohlscheider Energieversorger Enwor wurden bereits erste Gespräche aufgenommen.