Aachen: Begeisterung und volle Konzentration

Aachen: Begeisterung und volle Konzentration

Ein „spannendes Stück Wirtschaft” hatte Fritz Rötting, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen, zur 33. Auflage des Unternehmensforums von Aachener Zeitung und IHK versprochen - zu Recht.

Moderiert von Bernd Büttgens, stellvertretender Chefredakteur unserer Zeitung, präsentierte der Vollblut-Unternehmer Raymund Heiliger, Chef der innovativen, am Markt erfolgreichen Aachener Medizintechnikfirma Vygon, im IHK-Gebäude seine „Hightech-Blüte”.

Dabei bewies der ehemalige Forschungsleiter, der seit 23 Jahren im Unternehmen ist, eine wahre Detailbesessenheit und große Begeisterung für die oft überlebenswichtigen Produkte seines Hauses. Wenn es um neue Problemstellungen und Herausforderungen geht, um Menschen ihre Krankheit überwinden zu lassen, gibt der promovierte Fertigungstechniker so schnell nicht auf und spornt sein hoch qualifiziertes, insgesamt 200 Mitarbeiter starkes Team wirksam an: „Wir können es schaffen”, sagt Heiliger dann, „wir haben genug Know-how.”

Geschäftspartner von Vygon sind Krankenhäuser. Hier ist eine 17-köpfige Außendienstlertruppe regelmäßig unterwegs, um die Produkte der Aachener an den Arzt und das Pflegepersonal zu bringen. Qualitativ hochwertige Katheter für künstliche Beatmung und Ernährung sind eine große Spezialität von Vygon. Und die kommen oft auch ganz schwachen, kleinen Kindern zu Hilfe - Frühchen, die vorzeitig das Licht der Welt erblicken, aber dank umfassender medizinischer Versorgung auch mit Vygon-Produkten meist gute Überlebenschancen besitzen. In dieser Patientengruppe ist das Unternehmen sogar weltweit Marktführer, unterstreicht Heiliger nicht ohne Stolz.

„Vygon steht für Sicherheit für Patienten und Anwender”, bringt der Geschäftsführer eine Philosophie auf den Punkt. Denn auch die Schwestern und Pfleger auf den Stationen will Vygon angesichts zunehmenden Arbeitsdrucks schützen vor Verletzungen etwa durch die Anwendung von Spritzen. Gerade für solche Einsatzfälle hält Vygon neue Anwendungslösungen bereit, die das Personal in hektischen Situationen wirksam vor versehentlichen Stichen bewahren. Angesichts erfolgreicher, gefragter Produkte kann Heiliger von einer jährlichen Wachstumsrate im Unternehmen von 4,5 Prozent berichten. Rund 20 Millionen Euro beträgt der Umsatz der Tochtergesellschaft eines französischen Konzerns, der weltweit präsent ist. Dabei verfügen die Aachener, bald 40 Jahre in der Stadt ansässig, über eine gewisse Eigenständigkeit, dank besonderer, hier entwickelter Technologien, die weiter ausgebaut werden sollen.

Gut vernetzt

Dass Vygon stets den Puls der Zeit fühlt, dafür soll auch die Mitgliedschaft in diversen regionalen Netzwerken sorgen - und die gern und oft genutzte Zusammenarbeit mit der Aachener Fachhochschule und der RWTH, wo Heiliger einst am Uniklinikum gearbeitet hatte und persönlicher Referent von Rektor Klaus Habetha war. Der beantworte übrigens die Frage, wie Heiliger als Mitarbeiter gewesen sei, so: „Sehr effektiv.” Für die enge Kooperation mit den Hochschulen sind - neben gemeinsamen medizintechnischen Projekten - auch die vielen Praktikanten und Studenten ein Beleg, die bei Vygon gern die gute Gelegenheit zu Studienarbeiten in Anspruch nehmen.

Raymund Heiliger, ein musischer Mensch, der schon viele Instrumente ausprobiert hat und jetzt Tuba lernt, sieht sich an Teamspieler. Er könne seine Mitarbeiter „unendlich begeistern”, nimmt er für sich in Anspruch, und „mitreißen: Im Regelfall ,kriege ich sie auch.” Er brauche stets neue Herausforderungen, bekennt er - wenn etwas fertig sei, werde es ihm „schnell langweilig”. Er will gestalten. Dem Unternehmen kommt diese Leidenschaft voll zugute. „Leben” konnte Heiliger übrigens auch mit dem Wunsch von Bernd Büttgens an die Zuhörer, dass sie die Produkte von Vygon möglicht nicht brauchen. „Bleiben Sie gesund”, gab er ihnen mit auf den Heimweg.