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Berlin: Bäcker klagen über Energiekosten

Berlin : Bäcker klagen über Energiekosten

Das deutsche Bäckerhandwerk macht stabile Umsätze, doch die Energiekosten machen den Meistern zu schaffen. 2006 wurden knapp zwölf Milliarden Euro umgesetzt, damit wurde Vorjahresumsatz „nahezu stabil” gehalten, wie der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, Peter Becker, am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Für das 1. Quartal rechnet der Verband mit einem Umsatzplus von rund 1,5 Prozent. „Der wirtschaftliche Aufschwung ist für Handwerksbäcker ebenso zu spüren wie das steigende Bewusstsein unserer Kunden für gesunde Ernährung und guten Geschmack.”

Die steigenden Energiepreise der vergangenen Jahre und die in diesem Jahr möglicherweise steigenden Personal- und Getreidekosten machten Preiserhöhungen nötig, betonte Becker. Die Energiekosten für Backen, Kühlen und Transport seien in den vergangenen beiden Jahren um etwa 50 bis 60 Prozent gestiegen, der Mehlpreis im vergangenen Jahr um 20 Prozent. Die Preiserhöhungen würden „moderat” ausfallen, sagte Becker. Er erwarte einen Anstieg, der leicht über der Inflation, aber unter fünf Prozent liegen werde.

Die Zahl der Betriebe sank 2007 um 2,7 Prozent auf gut 16.000. Dass der Rückgang nicht stärker ausfiel, nannte Becker eine „hocherfreuliche Entwicklung”.

Kritisch sieht der Verband die geplante Novellierung der Verpackungsverordnung, nach der die Bäckereien Lizenzgebühren für die Entsorgung ihrer Papiertüten an ein duales Entsorgungssystem zahlen müssten. Becker und Hauptgeschäftsführer Eberhard Groebel schätzen die Gesamtkosten für die Branche auf rund 20 Millionen Euro jährlich. Diese Schätzung beruht allerdings auf den Gebühren, wie sie für Pappverpackungen etwa von Zahnpasta anfallen.

Im Zuge der Novellierung soll die bisher bestehende Rücknahmeverpflichtung für Verpackungen entfallen. Tatsache sei aber, so Becker, dass in den vergangenen zehn Jahren nahezu kein Verbraucher eine Brötchentüte, ein Papptablett oder ähnliches Verpackungsmaterial in eine Bäckerei/Konditorei zurückgebracht habe.

Da über 70 Prozent der Kunden die Bäckerei-Tüten als Hausmüll entsorgten, fordere der Verband eine Reduzierung der Lizenzgebühren um 70 Prozent. Die Tüten und Beutel seien meist mit Lebensmittelresten verschmutzt und würden in den Restmüll entsorgt. Für dessen Beseitigung bezahle der Verbraucher aber bereits bei seinem kommunalen Entsorger.

Becker zog eine positive Ausbildungsbilanz. Über 36000 junge Menschen würden zurzeit als Bäcker ausgebildet - gut vier Prozent mehr als in den Vorjahren. Knapp ein Drittel der Betriebe werde in den kommenden zehn Jahren in die Hände von Nachwuchsbäckern übergeben.