Aachen: Babor investiert an Stammsitz rund fünf Millionen Euro

Aachen: Babor investiert an Stammsitz rund fünf Millionen Euro

Das Geschäft mit der Schönheit steht in prächtiger Blüte: Das Aachener Kosmetikhersteller Babor investiert rund fünf Millionen Euro in die Erweiterung seiner Fertigungsanlagen am Stammsitz im Gewerbegebiet Eilendorf.

„Damit”, sagt Babor-Geschäftsführer Horst Robertz im Gespräch mit unserer Zeitung, „wollen wir bis zum Jahresende unsere Produktionsflächen verdreifachen.” Aktuell betragen die Areale für die Herstellung wohlriechender Cremes und Essenzen rund 1000 Quadratmeter. Wachstum im Zeichen der Rose, dem Symbol des traditionsreichen Familienunternehmens, das sich längst zu einem weltweit erfolgreich agierenden Gütezeichen der gesamten Wirtschaftsregion entwickelt hat.

„Auf unseren jetzigen Flächen können wir uns fast nicht mehr drehen. Maschinen, Produkte, Verpackung: Wir arbeiten an unseren Kapazitätsgrenzen”, erläutert Robertz den dringend notwendigen Expansionsschritt. Er verantwortet die Bereiche Forschung, Beschaffung und Vertrieb, während Michael Schummert Sprecher der Geschäftsführung und für Marketing und Verkauf zuständig ist.

Wenn diese Entwicklungsphase abgeschlossen ist, dürften die Betriebsflächen an der Neuenhofstraße praktisch komplett ausgereizt sein. Weiter ginge es dann nur noch durch Abriss und Optimierung von Bestandsgebäuden. Robertz spricht von einem „guten Stück Investition in die Zukunft”. An ein Auslagern der Produktion, etwa ins Ausland, denkt er keinesfalls. „Wir wollen bei ,Made in Germany, genauer: bei ,Made in Aachen bleiben”, versichert er nachdrücklich. Bereits seit etwa fünf Jahren wird bei Babor kräftig expandiert - und damit in zusätzliche Räumlichkeiten, in noch ausgefeiltere Logistik investiert. Knapp neun Millionen Euro sind seitdem in Bauten und Maschinenausstattung gesteckt worden. Dabei entstand auch eine „Filiale” ein Stück vom 1977 bezogenen Haupthaus entfernt. Dazu musste dort eine ausgediente Badmintonhalle weichen.

Nachhaltigkeit gehört dabei zu den ehernen Prinzipien. Optimale Energiebilanz, Photovoltaik auf dem Dach, ein intelligentes Belüftungssystem - und Elektromobilität als neues Stichwort, samt Ladestation auf dem Firmengelände: All dies bildet für Geschäftsführer Robertz ein abgestimmtes Gesamtpaket. „Wir wollen baulich und qualitativ sehr hoch greifen”, fügt der Manager an und spricht von einem „Meilenstein für einen Kosmetikhersteller in Deutschland”.

Reinheit, die „fast schon Pharmazie-Standard erreicht”, also sehr exakte Produktionsprozesse, und zumeist natürliche Ingredienzen ohne Konservierungsstoffe bei den Babor-Produkten seien schon immer das Credo seit der Gründung in Köln im Jahre 1956 gewesen, macht Robertz deutlich. 1964 erfolgte der Umzug nach Aachen. Mit dieser Maxime ist das Unternehmen zum „Marktführer für Depot-Kosmetik” geworden. Das bedeutet: Die Produkte werden nicht etwa in Drogerien an die Frau - und neuerdings immer stärker auch den Mann - gebracht. Vielmehr liegt das Augenmerk bei Babor auf Kosmetikinstituten, dazu sogenannten „Babor Beauty Spas” - ein „Business-to-Business”-Geschäft, wie der Chef betont: Rund 5000 Institute gehören zu den Abnehmern, die Hälfte davon allein in Deutschland. Auch in Luxushotels und auf Kreuzfahrtschiffen ist die Marke vertreten. „Systempflege von Kopf bis Fuß” bietet Babor - außer bei der Haarwäsche. „Unser Aushängeschild ist die Gesichtspflege”, sagt der Geschäftsführer. Rund 450 Produkte, komponiert aus etwa 850 verschiedenen Rohstoffen aus aller Welt, werden angeboten, vom Lippenstift bis zur Bodylotion. Eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung im Hause arbeitet ständig an Verbesserungen und neuen Produkten. Dabei sucht Babor auch die enge Kooperation mit verschiedenen Hochschulen, auch der RWTH Aachen, um Substanzen auf ihre Effekte für die Haut zu prüfen. Die Rohstoffe kommen übrigens zum Teil auch aus der Region: etwa Aachener Thermalwasser oder Elsbeeren, die auf Plantagen in Mechernich in der Eifel wachsen und deren Vitamin-C-reicher Extrakt in Cremes verarbeitet wird.

„Wir wollen weiter wachsen”, betont Robertz und unterstreicht die „riesige Teamleistung” seiner Mitarbeiter, das dies ermögliche. Selbst in der jüngsten Wirtschaftskrise „haben wir keine Einbrüche gespürt, im Gegenteil: Gerade dann wollen viele Menschen nicht auf ein gepflegtes Äußeres verzichten.” Babor werde dafür stets die passenden Produkte anbieten - auch in Zukunft: „Wir haben da noch ein paar Ideen.” Der Umsatz habe mittlerweile „fast dreistellige” Dimensionen erreicht. Genauer möchte Robertz nicht werden. Luft nach oben gebe es noch reichlich, bekräftigt der Geschäftsführer. Die Lust auf Luxus ist schließlich ungebrochen.

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