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Aachen/Berlin: Autodiebe langen weniger zu

Aachen/Berlin : Autodiebe langen weniger zu

Zwischen Geilenkirchen und Görlitz sind die Autodiebstähle 2006 auf ein Rekordtief gesunken. Erstmals wurden weniger als 20.000 Pkw (18965) gestohlen.

Zum Vergleich: 1996 waren es mehr als viermal so viel mit 76266. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Berlin, berichtet, lag die Entschädigungssumme 2006 für gestohlene Pkw bei 211,4 Millionen Euro - ein Rückgang von 16,5 Prozent.

Die meisten Autos - 4659 - wurden nach wie vor in Nordrhein-Westfalen gestohlen, das waren 27,1 Prozent weniger als 2005.

Aussagekräftiger ist aber die Diebstahlquote gemessen an der Häufigkeit pro 1000 Pkw. Hier ist in Berlin mit dem Wert 2,7 das Risiko, Opfer eines Autodiebstahls zu werden, am größten.

NRW liegt hier mit 0,7 Prozent im Mittelfeld, aber über dem Bundesdurchschnitt von 0,6.

Gestiegen ist 2006 der durchschnittliche Schadenaufwand der Versicherungen bei einem Diebstahl: Er erhöhte sich auf 11.144 Euro (plus 4,6 Prozent). Dies ist eináTrend, der sich seit 1999 kontinuierlich fortsetzt: weniger gestohlene Autos bei gleichzeitig steigender Entschädigung pro Schaden.

Insgesamt zahlten die Versicherer 211,4 Millionen Euro nach 253,3 Millionen im Vorjahr. Zum Vergleich: 1993 mußten bei 105.543 gestohlenen kaskoversicherten Pkw insgesamt 800 Millionen aufgewendet werden.

2006 ging die die „Klaurate” pro 1000 Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahr von 0,7 auf 0,6 zurück.

Spitzenreiter

Der Golf IV R32 und der BMW X5 3.0 D waren mit einer durchschnittlichen Entschädigungssumme von 17.444 Euro bzw. 38.540 Euro am beliebtesten bei den Kriminellen. Jeweils 13,7 pro 1000 versicherte Fahrzeuge wurden gestohlen. Auf Platz drei folgt die Großlimousine VW Caravelle. Der Porsche Cayenne 4.5, Spitzenreiter 2005, rutschte auf Platz vier.

Insgesamt kamen 11,1 Porsche pro 1000 versicherte Fahrzeuge mit einer durchschnittlichen Entschädigungssumme von fast 59.000 Euro pro Auto abhanden.

Ebenfalls beliebt bei Dieben: Der Audi Q7 3.0 TDI, der Audi S6 4.4 V8 Quatro und der Golf III VRG. Besonders auffällig im letzten Jahr war, dass viele geländegängige Autos mit Allradantrieb gestohlen wurden.

Porsche-Fahrer hatten auch in 2006, gemessen am Bestand, das höchste Diebstahlrisiko (Klaurate 2,4 von 1000), gefolgt vom DDR-Exoten Trabant (2,1) und Audi (1,2). Es folgen BMW, VW und Chrysler sowie General Motors. Weniger attraktiv für die Langfinger waren hingegen die Marken Seat, Fiat, Rover und Ford.

Ungewöhnlich hoch ist der kriminelle Bedarf an älteren Fahrzeugen. Das größte Diebstahlrisiko (pro 1000) haben vor allem Autos, die 12 Jahre oder älter sind. Dies liegt unter anderem daran, dass die Sicherungstechnik leichter überwunden werden kann. Außerdem scheint die Nachfrage nach Ersatzteilen hier hoch zu sein.

Bei Mofas und Mopeds ist - über alle Fahrzeugklassen hinweg betrachtet bis hin zu Zugmaschinen - die Wahrscheinlichkeit am größten, es zu verlieren: 32,8 je 1000.

Zum Vergleich: Bei Pkw liegt dieser Wert, wie erwähnt, bei 0,6, bei allen Fahrzeugen bei 1,1. Im vergangenen Jahr wurden 10.157 Mofas und Mopeds gestohlen, das waren 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr.