Aachen: Auch in der Region wird das Gas teurer

Aachen: Auch in der Region wird das Gas teurer

Vielleicht war die Einkaufspolitik der anderen schlechter, vielleicht haben sie in den vergangenen Monaten Preisanpassungen ausgelassen, Helmut Marmann kann da auch nur spekulieren. Was der Sprecher des Versorgers NEW Energie aber mit Sicherheit sagen kann, ist, dass sein Unternehmen den Gaspreis in den kommenden zwölf Monaten nicht erhöhen wird, im Gegenteil.

„Wir senken die Preise sogar”, sagt Marmann. Und zwar um 0,24 Cent pro Kilowattstunde (kWh); verbraucht ein Haushalt 20 000 kWh, bezahlen die Bewohner knapp 50 Euro weniger im Jahr.

NEW Energie, das den östlichen Teil des Kreises Heinsberg mit Gas versorgt, steht damit ziemlich alleine da. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Übersicht des Verbraucherportals „Toptarif” werden 162 Versorger ihre Gaspreise im September und Oktober erhöhen, durchschnittlich um 10,7 Prozent. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 entspricht das Mehrkosten von 141 Euro.

Auch die Mehrheit der Versorger in unserer Region hat bereits höhere Gaspreise angekündigt. „Leider steigen seit einigen Monaten die Einkaufskosten für Erdgas drastisch an, so dass wir diese erhöhten Kosten auch an unsere Kunden weitergeben müssen”, sagt Andreas Maul, Vertriebsleiter bei den Stadtwerken Aachen (Stawag).

Ab dem 1. September müssen für alle Produkte und Verbrauchsstufen 0,7 Cent/kWh mehr bezahlt werden. Weitere Erhöhungen, versichert die Stawag, wird es zumindest im kommenden Winter aber nicht geben.

Auch die Energie- und Wasser-Versorgung GmbH (EWV) erhöht die Gaspreise zum 1. September, betroffen davon sind die Städteregion, der Kreis Düren und der südliche Teil des Kreises Heinsberg. Für Kunden der EWV verteuert sich die eine Kilowattstunde Erdgas um 0,83 Cent, ein Preisanstieg von 13 Prozent.

Das in Herzogenrath ansässige Versorgungsunternehmen Enwor erhöht die Gaspreise um 0,5 Cent/kWh und wirbt damit, die Anhebung „im Schnitt um 0,2 Cent geringer (zu) halten, als viele regionale Wettbewerber”. Zudem sei es gelungen, die Erhöhung um einen Monat nach hinten zu verschieben, bei Enwor wird das Gas am 1. Oktober teurer. Zur gleichen Zeit heben auch die Stadtwerke Jülich den Preis für Erdgas an, es wird um 0,65 Cent/kWh teurer. Begründet wird dies auch hier mit einer allgemein gestiegenen Nachfrage, die den Rohstoff teurer gemacht habe.

Kunden der Stadtwerke Düren müssen dagegen vorerst nicht mit höheren Gaspreisen rechnen. „Wir haben fest vereinbart, dass es bis zum Ende des Jahres keine Erhöhung geben wird”, sagt Geschäftsführer Heinrich Klocke auf Anfrage. Dies sei nicht zuletzt dank einer „optimierten Beschaffungsstrategie” möglich.

Die Stadtwerke Düren konzentrierten sich zuletzt auf den Gashandel innerhalb Deutschlands, sagt Klocke. Der sei weniger von der Öl-Gaspreis-Bindung - die in alten Verträgen noch eine Rolle spielt - beeinflusst, sondern eher abhängig von den Börsenkursen.

Auch NEW Energie begründet die Senkung des Preises unter anderem mit der Liberalisierung des Gasmarktes; sie habe eine andere Beschaffungspolitik ermöglicht. Davon sollen die Kunden profitieren, wenn auch nicht alle. NEW Energie weißt darauf hin, dass die Preissenkung nicht für Altverträge gilt.