Aachen: Auch in Aachen und Stolberg: Grünenthal plant Stellenabbau

Aachen : Auch in Aachen und Stolberg: Grünenthal plant Stellenabbau

Es ist gerade einmal drei Jahre her, da feierte das Pharmaunternehmen Grünenthal die Rückkehr an den Standort, wo es am 29. Januar 1946 gegründet wurde. Mehr als 80 Mitarbeiter seien wieder in Stolberg und damit bei der Leitung des Geschäftsbereichs Deutschland tätig, hieß es damals. Demnächst könnte die Belegschaft aber schon wieder dezimiert sein.

Am Donnerstag hat Grünenthal seiner Belegschaft Pläne über eine Neustrukturierung der weltweiten Firmenstruktur eröffnet. Dadurch könnten 250 bis 350 Jobs bedroht sein — auch in Aachen-Eilendorf und eben in Stolberg, hieß es am Donnerstag von Unternehmensseite auf Anfrage unserer Zeitung. Insgesamt sollen an den beiden Standorten rund 70 Stellen gefährdet sein.

Grünenthal-Personalchef Heinz Gerd Suelmann versuchte, die Wogen flach zu halten. Noch stehe man am Anfang der Umstrukturierungspläne, „ob es überhaupt zu Kündigungen kommt, steht nicht fest.“ Die neuen Pläne seien laut Suelmann das Ergebnis einer genauen Analyse der Strukturen in den 26 Ländern, in denen Grünenthal vertreten ist. „Wir müssen uns verkleinern, um zukunftsfähig zu sein“, sagte Suelmann. Seit 2014 ist die Grünen-thal-Belegschaft auf weltweit derzeit 5900 Mitarbeiter gewachsen. Jetzt sei eine Verkleinerung notwendig: „Die Entwicklung neuer Medikamente wird immer kostenintensiver, während die Kassen nur noch bahnbrechende Innovationen finanzieren.“

Auch beim Grünenthal-Betriebsrat war man am Donnerstag um Sachlichkeit und Ruhe bemüht, vor allem, um bei den Mitarbeitern keine Ängste zu schüren. „Wir brauchen jetzt erst einmal Hintergrundwissen, wie die Umstrukturierung genau aussehen“, erklärte Betriebsratschefin Angelika Enderichs. „Dann wollen wir auf Augenhöhe mit der Unternehmensleitung sprechen.“ Für sie steht fest: „Wir werden gegen mögliche Entlassungen kämpfen.“