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Aachen: „Arbeitslosenquote unter zehn ist 2008 möglich”

Aachen : „Arbeitslosenquote unter zehn ist 2008 möglich”

„Eine durchschnittliche Arbeitslosenquote im einstelligen Bereich scheint in diesem Jahr möglich”, prognostiziert die Leiterin der Aachener Agentur für Arbeit, Gabriele Hilger, die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in der Region. Bei einem Wirtschaftswachstum um zwei Prozent sei „ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit realistisch, wenn auch nicht in der Dynamik des letzten Jahres.”

2007 ging die durchschnittliche Arbeitslosenquote um 2,1 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent zurück, wobei sie in den drei Monaten des letzten Quartals permanent im einstelligen Bereich blieb. In ihrer am Montag vorgelegten Jahresbilanz führte Hilger die Trendwende auf die stabile Konjunktur, den erhöhten Arbeitskräftebedarf in der Region, aber auch auf die Reformen am Arbeitsmarkt zurück.

Im Jahresdurchschnitt waren 2007 im Agenturbezirk Aachen 42.299 Personen arbeitslos gemeldet 15,6 Prozent (7820 Personen) weniger als im Vorjahr. Im gesamten Jahresverlauf sank die Arbeitslosigkeit in jedem Monat. Ausgehend von einem Sockel von rund 47000 im Januar verringerte sich die Arbeitslosigkeit bis Dezember um mehr als 10.000 auf 37.000.

Welche Gruppen haben von diesem Rückgang besonders profitiert? In erster Linie waren es jüngere Arbeitslose. Bei der Personengruppe bis 25 Jahren konnte ein Rückgang um ein Viertel (1417 Personen) erreicht werden. Waren 2006 noch 5502 unter 25 Jahren arbeitslos, so sank diese Zahl 2007 auf 4085. An zweiter Stelle liegen die Langzeitarbeitslosen (mehr als ein Jahr ohne Beschäftigung), deren Zahl um 17 Prozent auf 20753 sank. Auch ältere Arbeitslose (über 50 Jahre) fanden zunehmend eine Beschäftigung.

Im Jahresdurchschnitt sank ihre Zahl um 14 Prozent auf 10.883.

Die Arbeitgeber im Agenturbezirk Aachen meldeten 2007 insgesamt 23.750 neue Stellen zur Besetzung. Das waren nur 0,8 Prozent mehr als 2006. Die schwache Zunahme führt Hilger darauf zurück, dass das Stellenangebot bereits 2006 sehr stark zugenommen habe. Besonders gefragt waren im letzten Jahr Fachkräfte.

Eine deutliche Verbesserung ist auf dem Ausbildungsstellenmarkt der Region im vergangenen Jahr eingetreten. Rein rechnerisch gibt es erstmals seit Jahren nahezu einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage.

Nach Angaben von Claudia Steinhardt, operative Geschäftsführerin der Aachener Agentur für Arbeit, stand dem erheblichen Anstieg der gemeldeten offenen Ausbildungsstellen um 9,6 Prozent auf 4907 ein Rückgang der Bewerber gegenüber. 5514 Jugendliche suchten 2007 über die Agentur für Arbeit eine freie Lehrstelle. Das waren 592 (-9,7 Prozent) weniger als im Vorjahr. Ende September hatten 101 Jugendliche -75 (-42,3 Prozent) weniger als 2006 - noch keine Stelle gefunden.

Die Nachvermittlungsaktion führte dazu, dass nur noch 13 Jugendliche unversorgt blieben. Die Agentur für Arbeit erfasst rund 80 Prozent des gesamten Ausbildungsstellenmarktes.