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Bonn: Allen Grund zum Feiern

Bonn : Allen Grund zum Feiern

Die Deutsche Telekom hat allen Grund zum Feiern, und zwar nicht nur ihren zehnten Geburtstag.

Der Umbau des Staatsunternehmens Bundespost in die drei eigenständigen Unternehmen Telekom, Post und Postbank sieht für den Konzern aus Bonn pünktlich zum Jubiläum nach einer Erfolgsgeschichte aus. Der Kurs der T-Aktie hat sich offenbar nachhaltig erholt, der Konzern baut seine Schulden stetig weiter ab und ehemals als gewagt bewertete Auslandsinvestitionen, vor allem in den US-Mobilfunkanbieter Voicestream, sind zu Erfolgen geworden.

Doch gleichzeitig muss die Telekom große strukturelle Veränderungen meistern, darunter die Reintegration von T-Online. Neben Bundeskanzler Gerhard Schröder, der den Umbau des einstigen Staatskonzerns zum Geburtstag als „Pionierarbeit” lobte, kamen zum Jahreswechsel auch von Analysten vor allem wohlwollende Kommentare.

Chris Wood von JP Morgan hob hervor, dass die Telekom im Durchschnitt weit stärker wachsen dürfte als die Branche. Der Experte erwartet zwischen 2004 und 2007 beim Umsatz ein Plus von 4,1 Prozent gegenüber 2,2 Prozent im Sektor. Das operative Ergebnis werde im Durchschnitt um 5,5 Prozent zulegen, während die Branche nur auf 2,5 Prozent komme. Für 2005 bedeutet das konkret, dass der Umsatz die Schwelle von 60 Milliarden Euro überschreiten dürfte.

Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen hat die Telekom bereits selbst eine weitere Zunahme um bis zu 1,5 Milliarden und damit auf über 20 Milliarden Euro angekündigt. Den Analysten gefällt außerdem, dass viel Bares in der Kasse liegen bleiben dürfte. Wood sieht die freien flüssigen Mittel im Betrachtungszeitraum im Durchschnitt bei 7,5 Milliarden Euro.

2005 könnten zwar große Investitionen dafür sorgen, dass die Einnahmen nicht ausreichen und der Konzern vorübergehend wieder Schulden aufnehmen muss. Dabei will die Telekom das Geld aber in ihr Hauptwachstumsfeld stecken, den Mobilfunk. Außerdem tut der Bonner Konzern gut daran, parallel seine starke Position im Breitbandmarkt auszubauen.

Im klassischen Festnetz erwartet Frank Rothauge vom Bankhaus Sal. Oppenheim einen geringeren, jedoch anhaltenden Rückgang bei den Gesprächserlösen und zugleich erste Schwächeanzeichen bei den Anschlussumsätzen, da die Wettbewerber in diesem Bereich wieder stärker investieren könnten. Insgesamt ist Rothauge zuversichtlich.

Der Kurs der T-Aktie dürfte zwar nach den Berechnungen der Analysten keine riesigen Sprünge machen. Ein paar Euro sollten aber schon drin sein, und entsprechend wird das Papier von diversen Experten zum Kauf empfohlen.