1. Wirtschaft

Eschweiler: Agrarreform belastet die Milcherzeuger

Eschweiler : Agrarreform belastet die Milcherzeuger

Die EU-Agrarreform, die ab 2005 die Direktzahlungen an die Bauern schrittweise von der Produktion entkoppelt, wird zu massiven Verlusten bei den Milcherzeugern in der Region führen.

Es werde dann weniger, aber größere Betriebe geben, erklärte Ewald Adams von der Landwirtschaftskammer NRW, Bonn, auf einer Fachtagung der Kreisbauernschaften Aachen und Düren in Eschweiler.

Betriebe mit kleiner Flächenausstattung würden die Belastungen aus Entkoppelung und Milchpreissenkung nicht verkraften und aufgeben. Es werde also Strukturbrüche geben, wenn die Tierprämien 2012 komplett auf die Fläche umgelegt sein würden.

Dann sei die bewirtschaftete Nutzfläche Maßstab für den Anspruch auf eine Direktzahlung. Es gebe im Rheinland nur wenige extensive flächenstarke Grünlandbetriebe, die vom Regionalmodell profitieren würden.

2012 dürfte die dann ausgezahlte einheitliche Flächenprämie für Acker- und Grünland bei etwa 350 Euro je Hektar liegen, während Milchviehhalter und Bullenmäster nach dem Betriebsmodell in manchen Fällen das Doppelte an Prämien erhielten.

Deshalb plädiert der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV), Bonn, Dachorganisation der Kreisbauernschaften, für „das Betriebsmodell im tierischen Bereich bei Unterstützung des Regionamodells im pflanzlichen Bereich”. Dieses Kombi-Modell würde „viele Probleme lösen”.

Anderenfalls sähe es für die Milchviehhalter schlecht aus. Schätzungen zufolge dürfte jeder zweite Betrieb in den nächsten zehn Jahren ausscheiden.
Einziger Ausweg, so Adams, sei angesichts dann sinkender Stückgewinne eine Bestandsaufstockung, um das Einkommensniveau zu halten. Doch um diese Investitionen zu finanzieren, müssten die Betriebsinhaber die schärferen Kreditvergaberegeln der Banken (Basel II) erfüllen.

Um den Ackerbau müsse man sich indes „keine großen Sorgen machen”. Die großen Gewinner der Entkoppelung seien die Verbraucher, sie „ profitieren”.

In NRW wirtschaften etwa 53.00 Betriebe, davon rund 9500 mit mehr als 50 Hektar Nutzfläche. Die durchschnittliche Flächenausstattung liegt bei 28 Hektar. Für Wachstumsbetriebe gilt eine Schwelle von 75 Hektar.