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Aachen: Agit will auch unter neuem Dach Stärken einbringen

Aachen : Agit will auch unter neuem Dach Stärken einbringen

Nach dem Rekordjahr 2010 war es ein Jahr der Konsolidierung: 29 technologieorientierte Unternehmen haben sich 2011 mit Hilfe der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit) gegründet.

Zehn davon kamen aus dem Umfeld der RWTH Aachen. Fünf der 29 siedelten sich außerhalb der Aachener Region an. Auf Basis der Businesspläne seien im ersten Jahr nach Gründung Investitionen in Höhe von insgesamt neun Millionen Euro und 222 Arbeitsplätze zu erwarten, sagte Agit-Geschäftsführer Helmut Greif am Donnerstag bei der Vorlage der Jahresbilanz. Insgesamt habe es 66 Gründungsberatungen gegeben.

Wie groß der Bedarf an Starthilfe ist, zeigt die Auslastung der Agit-Technologiezentren: Das TZA am Europaplatz und das Medizintechnische Zentrum (MTZ) waren Ende des Jahres zu fast 100 Prozent belegt, im neu erbauten und im Juni 2011 eröffneten Zentrum für Bio-Medizintechnik (ZBMT), das die Agit seit August als Generalmieter betreibt, waren rund 96 Prozent der verfügbaren Fläche vermietet oder fest optioniert. Der Agit-Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Philipp formulierte es so: „Kein Gründer konnte sein Vorhaben nicht umsetzen, weil kein Raum vorhanden war.”

48 potenzielle Investoren wurden 2011 von der Agit betreut. Neun Unternehmen entschieden sich für eine Neu- oder Erweiterungsinvestition in der Region, fünf von ihnen kamen von außerhalb. Knapp die Hälfte der Anfragen hatte die Agit selbst „herangezogen”. Chinesische Investoren waren nicht dabei, sie bleiben allerdings im Fokus der Agit. Erweitert wurden die Aktivitäten in Richtung Türkei. „Das Land wird für die Aachener Region von großer Bedeutung sein”, prognostizierten Philipp und Greif.

Bei der Entwicklung von Kooperationsprojekten zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und dem Einwerben von Fördermitteln ist die Region Aachen führend in NRW: Seit Start der aktuellen Ziel-2-Förderperiode 2007 wurden 337 Projekte bewilligt. Rund 226 Millionen Euro flossen dafür an Fördermitteln aus NRW und der EU an Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Institutionen. An Eigenmitteln kamen 51 Millionen Euro hinzu. Ab 2014 steht eine neue Förderphase an; die Region werde sich aufgrund ihrer Stärken gerade in der technologie- und innovationsorientierten Regionalentwicklung bei der Festlegung der Programme intensiv einbringen können, betonte der zuständige Agit-Geschäftsführer Ulrich Schirowski.

Die Diskussion um die Gründung eines Zweckverbandes, unter dessen Dach Regio und Agit zusammengeführt werden sollen, sieht Philipp unterdessen auf einem guten Weg. Die politischen Körperschaften seien am Zug. Die Agit werde alles tun, um einen Start Anfang 2013 zu ermöglichen. Im Juni steht dazu eine Aufsichtsratssitzung an. „Wir werden auch in der neuen Konstruktion unsere Stärken einbringen”, betonte der Agit-Aufsichtsratschef. „Was die Überlebensquote technologieorientierter Gründungen angeht, sind wir eine der, wenn nicht die erfolgreichste Einrichtung bundesweit.”