AC2-Innovationspreis würdigt Technik der Zukunft

Fünf Unternehmen schaffen es in die Endrunde : Von Blutplättchen, Verpackungen aus Zellstoff und Laser-Maschinensytemen

Die Jury des Innovationspreises AC² hat sich entschieden. Aus fünf Finalisten wählte sie – zum ersten Mal in Form eines Pitchs (Kurzpräsentation) – den Preisträger 2019.

In die Endrunde gingen: CL.RICK Produktionsgesellschaft mbH & Co. KG aus Schleiden, Cognesys GmbH aus Aachen, die Aachener Dialego AG, die Lunovu GmbH aus Herzogenrath und die PL BioScience GmbH (Aachen). „Die Jury wurde vor eine schwere Entscheidung gestellt und hat intensiv diskutiert“ sagte Georg Beyß, Kreisdirektor des Kreises Düren und in diesem Jahr Vorsitzender der Jury.

Das 1873 gegründete Unternehmen CL.RICK ist einer der größten Hersteller von Einweggeschirr sowie Verpackungs- und Lebensmittelschalen auf dem deutschen Markt. Das Einweggeschirr wird aus Frischfaserkarton und Verpackungs- und Lebensmittelschalen aus reinem Zellstoffkarton produziert, der ausschließlich aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Darüber hinaus produzieren die Schleidener temperaturbeständige Kartonschalen für die Lebensmittelindustrie. Vorteil: weniger Grundmaterial und reduzierte Abfallmenge.

Die Cognesys GmbH aus Aachen entwickelt Lösungen für sprach- und textbasierte Anwendungen mit Schwerpunkt auf den Dienstleistungssektor in verschiedenen Branchen. Das Besondere an Cognesys semantischem Verfahren ist, dass das System nicht wie üblich nach Keywords sucht, sondern auch den Zusammenhang und den Sinn des Gesagten oder Geschriebenen versteht und darauf reagieren kann. Dadurch werden Kundenanfragen automatisch interpretiert und weiterverarbeitet. Vorteil: drastisch verkürzte Bearbeitungszeiten und weniger Kosten.

Lunovu aus Herzogenrath entwickelt und fertigt Laser-Maschinensysteme für Forschung und Industrie. Ein 2018 zur Marktreife gebrachtes System ermöglicht es, 3D-Strukturen aus Metall direkt auf Bauteile „aufzudrucken“. Neu ist dabei der Einsatz von Laser-Scan-Systemen, die Bauteilgeometrien erfassen und digitalisieren. Vorteil: Der Anwender kann auf Basis der digitalisierten Modelle mit wenigen Mausklicks 3D-Strukturen definieren, für die das System automatisch alle erforderlichen Werkzeugbahnen berechnet und ausführt.

Seit 1999 ist die Dialego AG aus Aachen in der Online-Forschung tätig und hilft Unternehmen Kunden zu beteiligen, um mehr Markterfolg zu erzielen. Zu den Software-Innovationen gehört die Dialego BrandSculpture. Diese zeichnet ein ganzheitliches Abbild des Beziehungsgeflechts zwischen Konsumenten auf der einen und Marken oder Produkten auf der anderen Seite. Vorteil: Das Tool macht plastisch sichtbar, wo eine Marke im Marktsegment steht.

Das Aachener Biotech-Unternehmen PL BioScience nutzt das breite Potenzial humaner Blutplättchen, welche es durch einen Recyclingprozess weiterverarbeitet: Das Spin-Off der RWTH Aachen verwertet ungenutzte Blutkonserven und produziert hieraus ein neuartiges, hocheffizientes Medium zur Zellkultivierung. Vorteil: Es kann das bisher genutzte Fetale Kälberserum ersetzen, ist dabei aber weniger anfällig und praktischer in der Handhabung.

Im Vorfeld hatten die AGIT und die Wirtschaftsförderer in der Region, die Kammern und Hochschulen, das Forschungszentrum Jülich und die Vereinigten Unternehmerverbände  zahlreiche Firmen für den Innovations-Wettbewerb nominiert. Die fünf ausgewählten Kandidaten werden am 6. Juni bei einer Festveranstaltung im Krönungssaal des Aachener Rathauses präsentiert. Und erst dann wird bekanntgegeben, wer den Preis aus der Hand des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministers Andreas Pinkwart (FDP) erhält.

(red)